Spielberichte aus aller Welt

  • Toller Bericht, danke dafür. :amen:

    Mange Tak. :hutab:

    Find ich auch immer geil: Glasverbot vor dem Stadion, aber innerhalb kann man sich dann hochprozentigen Alkohol in Glasflaschen im Fanshop kaufen :D

    Und falls man zu geizig ist jemanden mit dem teuren Fusel zu bewerfen verkauft man immerhin Gläser im Stadion. Nur das SGW-Schwert, die SGW-Kettensäge und die SGW-Axt hab ich leider nicht gefunden.

    Kult! Und hier bitte:

    Großartig. Danke! :D

    Nervt sonst noch viel mehr, wenn das Stadion leerer ist. So ging die Gute zumindest an unseren Plätzen akustisch unter.

    DAS kann ich mir auch sehr gut vorstellen ;D Wundert mich echt, dass der noch keiner 'ne brennende Kippe ins Auge gesteckt hat...

    Richtig klasse! :D

    Davon bin ich felsenfest überzeugt. :D

  • Marvin-Schwäbe-Bahn in Wuppertal? :amkopfkratz::O HÄÄÄÄ?

    SCV und der FC

  • 5,60€ für einen schäbigen Parkplatz ("Keine Kartenzahlung möglich!")


    Du kannst dir ne App runterladen, dich dann für die "Kundenkarte" des Anbieters registrieren und dann kannst du sogar mit dieser Karte automatisch zahlen und noch ein paar Kröten sparen. :D Komplizierter geht es nicht, aber du darfst nicht vergessen, dass du in Deutschland bist. :D


    Auf dieses und das kulinarische Angebot werde ich im Stadiontest selbstverständlich detaillierter eingehen


    ...den lesen wir dann vermutlich pünktlich zur Neueröffnung der Lohrheide. |-)


    Donnerwetter! Das ist doch der mit diesem berühmten Teleskop!


    Schwachkopf! ;D ;D ;D

    Wann hatte ich zuletzt mal derart viele Tore bei einem Spiel gesehen? Ich kann mich jedenfalls spontan nicht erinnern.

    Vor genau einem Monat. HKM Zvolen vs. MHK 32 Liptovsky Mikulas 6:5 :D

    Die Marvin-Schwäbe-Bahn (danke nochmal dafür :D )


    Ach, ich helfe doch gern. |-)


    Marvin-Schwäbe-Bahn in Wuppertal? :amkopfkratz::O HÄÄÄÄ?


    Wie kann man bitte SO ne lange Leitung haben? ;D


    Auf sowas kann halt nur der Kater kommen...


    ja, natürlich. ;D Du Weltraumteleskop! Und wir wissen ja alle, dass das nach einem berühmten österreichischen Trainer benannt wurde. Gibt ja auch das Ernst-Hubble-Stadion. |-)

    Nanakorobiyaoki

  • Auf sowas kann halt nur der Kater kommen... Da wird aus der Schwebebahn mal eben die Schwäbebahn... |-)

    Puh, jetzt stand ich aber auch gewaltig aufm Schlauch :stoehn:


    Habe die Marvin-Schwäbe-Bahn sogar gegoogelt |-)

    SCV und der FC

  • Habe die Marvin-Schwäbe-Bahn sogar gegoogelt |-)

    ;D ;D ;D

    Du kannst dir ne App runterladen, dich dann für die "Kundenkarte" des Anbieters registrieren und dann kannst du sogar mit dieser Karte automatisch zahlen und noch ein paar Kröten sparen. :D Komplizierter geht es nicht, aber du darfst nicht vergessen, dass du in Deutschland bist. :D

    So viel Aufwand, da bezahle ich lieber den doppelten Preis.

    ...den lesen wir dann vermutlich pünktlich zur Neueröffnung der Lohrheide. |-)

    Was soll das denn jetzt bedeuten? :lickout:


    Schwachkopf! ;D ;D ;D

    Das Spiel kann man halt auch zu zweit spielen, das wusste auch schon Ernst Hubble! :D

  • Habe die Marvin-Schwäbe-Bahn sogar gegoogelt |-)


    ;D


    Und bist auf irgendwas gestoßen, was Pinguin aus Lego gebaut hat? :D

    Die Marvin-Schwäbe-Bahn aus Lego wird es leider nicht geben.


    Ansonsten hätte ich das ziemlich lustig gefunden, wenn zu Hause beim Pinguin die Schwebebahn durch das Wohnzimmer fährt :D


    Die Wuppertaler Schwebebahn als Modell: Lego trifft Entscheidung
    Eine Jury hat sich mit dem Entwurf eines Wuppertaler Studenten befasst. Das Unternehmen gab heute seine Entscheidung bekannt.
    www.wz.de

  • Ansonsten hätte ich das ziemlich lustig gefunden, wenn zu Hause beim Pinguin die Schwebebahn durch das Wohnzimmer fährt :D


    Ich auch, wo er ja Wuppertal so heiß und innig liebt ;D

    Nanakorobiyaoki

  • Das Set ist nur durchgefallen, weil das regnerische Wetter nicht berücksichtigt wurde. Viel zu farbenfroher Entwurf. Und bei der Farbseuche, die Lego gerne verbaut, passt das mit Wuppertal so gar nicht zusammen.... :D

  • FK Metta - BFC Daugavpils 0:0


    Vor ein paar Wochen hab ich einen Städtetrip geplant und konnte als "Sahnehäubchen" diesen Kick unterbringen. Hätten die Spielpläne etwas früher gestanden hätte ich alles zwei Tage nach hinten geschoben, dann wären ein Europapokalspiel in Vilnius und eins in Riga möglich gewesen, dazu dann auch noch mit isländischer Beteiligung. So blieb es bei dem einen Kick, der dazu noch am Stadtrand zwei Stunden nach meiner Ankunft beginnen sollte. Nachdem ich mein Gepäck vom Busbahnhof zum Hotel geschleppt habe ging es wieder in die andere Richtung. Per Bus in ein Gewerbegebiet, von da aus per E-Scooter an die Daugava und den Rest zu Fuß. Hab ich alles ein wenig unterschätzt, denn angekommen bin ich ziemlich exakt fünf Minuten vor Spielbeginn um dort vier weitere Minuten mit einem Ordner zu diskutieren. Die Anwesenheit meiner Kamera stellte ein ernsthaftes Problem da. Klare Ansage: wird die Kamera rausgeholt, wirst du auch rausgeholt. Die haben doch nicht mehr alle Letten am Zaun!

    Aber klar, ich könnte bestimmt riesige kommerzielle Erfolge mit Fotos eines Kicks erzielen, für den sich schon der Einheimische einen Dreck interessiert. Ein Erstligaspiel in einer europäischen Hauptstadt, wo bei 5€ Eintritt keine 1.000 Zuschauer kommen löst auch erstmal eine gewisse Skepsis aus, was das Spielniveau betrifft. Aber zunächst wurde das kulinarische Angebot unter die Lupe genommen, welches aber hauptsächlich aus Backwaren bestand. Es gab zwar auch irgendwelche Wurstwaren, aber einen Grill oder ähnliches hab ich nicht gesehen. Das löste mal wieder Skepsis aus, weswegen ich mich spontan für ein Bier entschieden habe. Pale Ale oder klassisches Ale. Ich musste spontan an Viktoria Köln denken, wo ich mir einen halben Liter Kölsch in die Figur gestellt habe, weil die Alternative Bitburger noch viel schlimmer gewesen wäre. Aber das Pale Ale war geschmacklich dann doch halbwegs brauchbar.

    Das Spielniveau wiederum konnte leider keine Zweifel ausräumen. Mag die Zuschauerzahl auch höher sein als am Bischofsholer Damm, die Qualität des Fußballs ist es nicht. Direkt zu Beginn nimmt der 10er der Hauptstädter einen Ball technisch stark an, flankt perfekt in die Mitte, wo der 9er aber seine Füße nicht sortiert bekommt und den Ball gar nicht aufs Tor kriegt. Da stellte sich für mich die Frage, wer von beiden jetzt eher repräsentativ für das Spielniveau der Liga ist. Innerhalb der nächsten zehn Minuten wurde diese Frage eindrucksvoll beantwortet. Mettas 10er war der einzige Fußballer auf dem Feld, der Rest wurde von der Natur mit Legofüßen ausgestattet. Flanken aus dem Halbfeld ins Nichts, Seitenwechsel direkt ins Aus, Abschläge zum gegnerischen Torhüter. Selbst die Fouls waren (meistens) enttäuschend. Beste Szene der ersten Halbzeit: Mettas Mittelstürmer wird im Strafraum minimal berührt und braucht einen Moment zu lange um zu überlegen, wie er darauf reagiert. Mitten in der weiteren Bewegung bricht er ab und kippt einfach seitlich um. Als hätte er Leichenstarre simulieren wollen, oder würde von diesen Tennesseeziegen abstammen. Erstaunlich, dass der Schiedsrichter wirklich einen Moment gezögert hat und nicht in schallendem Gelächter ausgebrochen ist.

    Von den Gästen kam nicht viel, dabei wurden sie immer wieder eingeladen. Mettas Torwart spielt kurz auf den Innenverteidiger, der rutscht beim Rückpassversuch aus, der Gästestürmer ist durch, rutscht nur leider auch aus. Das war es zur Pause. Leider wurde es danach nicht besser, sondern eher noch schlimmer. Die Gäste aus der zweitgrößten Stadt des Landes (in der deutlich mehr Russen als Letten leben) stehen tabellarisch etwas schlechter als die Gäste (beide vom Abstieg bedroht) und "drängten" nun aufs Tor. Ohne dabei auch nur einmal ernsthaft gefährlich zu werden. Also so wirklich gar nicht. Sie waren stets bemüht, aber die schlechten Hausherren waren besser. Logisch, dass der Kick 0:0 ausgeht. Blieb bei mir die Frage, ob das in meinen Top 10 der schlechtesten gesehen Spiele landet, oder ob der Unterhaltungswert dann doch zu hoch war.

    Support: auf der Heimseite gab es einen kleinen Block mit gutgelaunten, motivierten Leuten. Aber die sind zahlenmäßig dann doch überschaubar. Die rund zehn Gäste saßen verstreut am Tribünenrand und konnten sich exakt einmal dazu aufraffen was zu rufen.

  • Gezähmte Grotifanten und winzige Biere


    Länderspielpause im September - wann war ich eigentlich das letzte mal klassich hoppen? Ist lange her!

    Irgendwas war immer, was gerade eine höhere Priorität hatte und daher waren immer wieder nur mal einzelne Spiele dabei, die mit was anderem sinnvollen kombiniert wurden. Da Beastieboy aber das "spielfreie" Wochenende nutzen wollte um mal wieder unterklassigen Fußball zu schauen und dabei ein paar Stadien im Westen abzuhaken schloss ich mich diesen Plänen leicht abgewandelt direkt mal an und förderte so noch das Improvisationstalent meiner Personalabteilung mit spontanen Urlaubsanträgen. So hatten alle was davon. Also zeckte ich mich in einem Velberter Miezhaus ein und nachdem ich Freitagmorgen meine nächtliche Arbeitswoche beendet hatte ging es nach ein paar Stunden Schlaf in den Westen.


    Immer wieder eine Freude, an einem Freitag Auto zu fahren.

    Aus völlig unerfindlichen Gründen hörte ich auch auf die Ausschilderungen in meinem Landkreis, die seit mehr als zwei Jahren existierende Baustelle in einem unserer Dörfer zu umfahren, statt mich einfach irgendwo durch den Ort zu mogeln. Da waren die ersten 45 Minuten weg, weitere zehn Minuten gingen für eine Umleitung in Minden drauf und viele weitere kostete mich die A2.

    Wieso glauben Menschen eigentlich, dass sie relevant schneller von A nach B kommen, wenn sie wie die Irren die Spuren wechseln, sich in die Kofferräume anderer Fahrer hängen und auch sonst nur drängeln? Mir schleierhaft, aber auch dank zahlreicher Trottel mit den vier Nullen am Kühler erreichte ich den Zielort reichlich spät.

    Der Kater lotste mich zu einem kostenlosen Pendlerparkplatz, wo er mich einsammelte und ich mich entnervt endlich als Beifahrer auf nichts anderes mehr konzentrieren musste außer vielen dummen Wortwitzen und sonstigem Unsinn. Schon das allein war mir wieder mal ein Fest!

    Den Abend verlebten wir in Düsseldorf, wo wir zwar mäßigen Erfolg bei der Suche nach guten Fotomotiven hatten, aber immerhin servierte mir ein japanisches Lokal ein halbes Reisfeld samt Fleisch und einem Bier für 'nen Appel und 'n Ei. Fair!

    Außerdem konnten wir eine hohe Dichte an Snobs und Spinnern zu später Stunde bewundern, das ganze allerdings bei einer unfassbaren, tropischen Hitze. Das Beast sah gleichzeitig eine Heimniederlage von Siegen, wo ich zwar auch schon gerne hingegurkt wäre, was aber ein monströser Umweg am Freitag gewesen wäre - das Alternativprogramm war zwar zweifelhaft, hat aber dennoch Laune gemacht.


    SSVg Velbert - FC Gütersloh


    Relativ zeitig schälten wir uns nach einem kurzweiligen Abend aus unseren Kojen und begaben uns zum Velberter Bahnhof um das Beast einzusammeln, der für das Spiel aus seiner Essener Unterkunft per Zug anreiste. Feierlich wurde mir ein Maßkrug überreicht, damit ich meine Schneemaß in Zukunft nicht mehr aus 0,75Liter-Plastikbechern trinken muss, sondern das ganze stilecht in meine Figur stellen kann. Ich ziehe auch an dieser Stelle nochmal meinen Hut.

    Da wir viel zu früh am Stadion gewesen wären haben wir nochmal die Ruine besucht, wo Velbert bis vor kurzem noch seine Heimspiele ausgetragen hat. Die Natur hat sich das Ding teilweise schon gut zurückerobert! Keine Ahnung, ob es wirklich so legal war den Bauzaun zu verschieben und drinnen rumzulatschen, aber es sieht nicht so aus, als würde sich irgendwer noch mit diesem Ding befassen. Schade eigentlich, denn der Neubau hat so überhaupt keinen Charme, wie ich kurz darauf erfahren durfte.

    Ziemlich zweckmäßig wirkt die Bude, aber viel mehr ist dort auch eigentlich gar nicht nötig. Zumindest hat man das Ding sinnvoll genug gestaltet, dass sich da auch größere Szenen austoben können. Es genügt den Ansprüchen für die Regionalliga und mehr wird wohl auch nicht nötig sein. Witzig aber, dass selbst bei Spielen gegen Gegner wie Gütersloh auffällig große Bullentrupps rumlungerten und auch ein Sicherheitsmensch der Gastgeber lungerte uns erstmal an, ob wir Wuppertaler wären, die sich Karten für das nächste Spiel dadurch sichern wollen, dass wir heute schon dort zum Spiel kommen (Karten wurden da wohl vor Ort verhökert). Klar, ganz Wuppertal wird dort wahrscheinlich aufschlagen und die Trottel vom Zoo könnten vermutlich 10.000 Karten für diesen Kracher verkaufen. Muss man wissen!

    Das Spiel ist sehr schnell erzählt. Gütersloh begann bei drückender Hitze minimal besser, auch wenn die Hausherren mehr "Abschlüsse" hatten.

    In der 29. dann die erste echte Chance nach guter Kombination, aber Kandic trifft völlig frei nur den Pfosten der Gastgeber. Acht Minuten später prüfte Velbert auch mal das Aluminium, aber auch das Tor der Gäste bestand die Qualitätskontrolle. Im Gegenzug machten die Gäste dann die Führung durch Freiberger, nachdem der erste Anlauf schon kläglich scheiterte, aber Velbert nur halbherzig klärte. Große Freude im Gästeblock, wo jeder mitgereiste Fale mindestens zwei Zaunfahnen mitgebracht hat.

    Zweite Halbzeit in einem Wort: Scheiße! Velbert mit einer "Drangphase" zu Beginn und eine zum Ende. Gefährlich sah das fast nie aus. Beast und ich waren aus Notwehr dazu gezwungen immer wieder mal den Bierstand anzusteuern, zumal er einfach überhaupt nichts mit der in diesen Breitengraden üblichen Größe von unter 0,5 Litern anfangen kann und irgendwann fast schon der Resignation nahe war.


    KFC Uerdingen - TVD Velbert


    Nach Abpfiff hielt uns nichts mehr an diesem Ort und der Kater kutschierte uns die wenigen Kilometer nach Krefeld, was ich so bewusst zum ersten mal näher zu Gesicht bekam. Hab ich mir fast noch trostloser vorgestellt, weil links vom Rhein einfach alles trost- und hoffnungslos ist. Selbst Krefeld zieht den Schnitt da schon stark nach oben und das ist einfach für niemanden ein Kompliment.

    Sehr frühzeitig angekommen standen wir in der Kassenschlange und resümierten die Historie der ehemaligen Werkself, die eigentlich nur einen erinnerungswuerdingen Moment hatte - als man Dresden aus dem Europapokal geworfen hat. Vielleicht noch als man Mannheim in der Relegation besiegt hat, aber der Erfolg war auch nur von sehr kurzer Dauer. Heute beherrschen eher windige Investoren die Schlagzeilen. Bei diesen Sätzen wurden wir von einem Einheimischen unterbrochen. "Windig? Stürmisch!" - Großartiger Typ!

    Noch großartiger ist das Stadion. Abgesehen von Bauzäunen und Baugerüsten hat sich innen nicht allzu viel getan. Es sieht nicht unbedingt so aus, als würde hier allzu enthusiastisch gearbeitet werden. Ich hab auch offen gestanden keine Ahnung wie die Pläne sind, ob es überhaupt Pläne gibt, oder ob das jetzt erstmal alles so bleibt. Wie es ist, ist es jedenfalls geil. Und nach einer ordentlichen Stärkung mit Altbier nahmen wir ein paar gute Plätze ganz oben auf der Tribüne in Beschlag, von wo aus wir ein deutlich besseres Spiel bestaunen durften und das ganze bei um Welten besserer Atmosphäre. Zwar gab es kein ernsthaftes Gästepublikum, was als solches zu erkennen gewesen wäre, aber der Heimblock war schon ganz gut drauf. Der KFC hat nun mal noch eine gute Szene und auch das Publikum ringsherum zog immer wieder gut mit.

    Nach sehr langer sportlicher Talfahrt inklusive den Absprüngen großmäuliger Investoren findet man sich heute in der Oberliga wieder und die Gegner da sind ausnahmslos scheiße. Der KFC im Mittelfeld, die Gäste im etwas gehobenerem Mittelfeld - eher mäßige Voraussetzungen für einen guten Kick bei Hitze. Aber so war es wirklich nicht, auch wenn erste Chancen erstmal auf sich warten ließen. Nach 20 Minuten verpasst Touratzidis eine Hereingabe von Klein nur hauchdünn, kurz wird eine astreine Überzahl im Strafraum verspielt. Bis zur Pause noch einige nette Szenen, aber kurz vor der Pause dann sogar fast die unverdiente Führung der Velberter, als im Spielaufbau fröhlich der Ball verspielt wurde und der Gästestürmer knapp vorbei schob.

    In der Pause musste dann nochmal was zu futtern und was zu trinken her, bevor das Spiel eine gute Viertelstunde munter hin und her ging. Die Gäste konnten das Spiel offener gestalten und zeigten ihrerseits mal Offensivaktionen. Spätestens nach einer Stunde Spielzeit igelten sich die Gäste aber größtenteils hinten ein. Vorwärts gepeitscht von einer wirklich guten Kulisse drängte der KFC auf das 1:0, aber auch eine ganze Serie von Ecken in der Schlussphase samt bester Möglichkeiten brachte nicht den erhofften Treffer. Schade, das Spiel hätte ein Tor für die Heimelf verdient gehabt.

    Einzige wirkliche Enttäuschung blieb der Grotifant, der einfach nur fröhlich wie ein gewöhnliches Maskottchen seine Runden drehte. Wo blieb der Zorn, die unkontrollierbare Wut? Ein 0:0 wäre viel weniger schade gewesen, wenn der Grotenburg-Tuffi zornig aufs Feld rennt und jemanden umgrätscht!


    So ging es aber mit doch eher positiver Stimmung nach Abpfiff in den erstbesten Imbiss, wo das Beast "einheimisches" Essen zu sich nehmen wollte. Also wurde es ein griechischer Imbiss, da kann der Taxiteller dann natürlich nochmal ordentlich was. Ich hab allerdings auch noch nie in einer so warmen Imbissbude gesessen, wie zum Geier kann man da drin arbeiten? Nach 20 Minuten Aufenthalt hab ich mich schon erledigt gefühlt.

    Der Gast aus dem Süden wurde nun erstmal wieder nach Essen verfrachtet, der Kater und ich ließen den Abend auch ruhig ausklingen, denn am nächsten Morgen sollte es nochmal zeitig rausgehen, zumindest für mich. Aber den Sonntag gibt es hier morgen oder übermorgen zu lesen...

  • Westfalia Herne U19 - RW Lüdenscheid U19


    Der Kater entschied sich angesichts der Temperaturen am frühen Morgen gegen die Besuche der Partien. Beide Grounds bereits abgehakt und die Partien waren jetzt auf dem Papier auch nicht unbedingt die größten Leckerbissen, die man sich rauspicken kann. Ich war deutlich motivierter, verfiel aber morgens wieder in eine ziemlich ausgeprägte Trödelei, wodurch sich das alles ziemlich verzögert hat.

    Der Kater kutschierte mich noch zu meiner Karre und nach kurzer Fahrt erreichte ich Essen, um das Beast einzusacken. Sonntags kommt man in dieser Betonwüste zwischen Rhein und Ruhr tatsächlich auch halbwegs gut vorwärts, wodurch auch Herne noch rechtzeitig erreicht wurde. Aber dieser Parkplatz! Was für eine Schotterpiste!

    Im Stadion drehten wir natürlich erstmal eine Runde, bestaunten vor allem den komplett verwucherten Eingangsbereich vor der Tribüne und machten in aller Ruhe erstmal ein paar Bilder von der ziemlich schönen Bude. Zu unserer Freude hatte immerhin ein Verkaufsstand geöffnet, wo uns die ältere Verkäuferin auch ziemlich präzise als Hopper identifizierte und uns auch direkt mit ausgewachsenen Kaltgetränken versorgte.

    Niedergelassen haben wir uns auf der unüberdachten Tribüne, dank den Bäumen dahinter konnte man es dort im Schatten doch recht gut aushalten und auf dem Feld passierte auch endlich mal ein bisschen mehr als am Tag zuvor. Da beide in ihren ersten Spielen ganz gut getroffen und (vor allem Lüdenscheid) auch ganz gut kassiert haben versprach ich mir auch einiges davon. Das ganze geriet dann aber doch zu einer unfassbar einseitigen Angelegenheit. Konnten die Gäste am Anfang des Spiels noch ganz gut mithalten und auch nach dem 1:0 in der elften Minuten ein paar ordentliche Chancen erspielen, brach der Doppelschlag kurz vor der Pause Lüdenscheid das Genick. Nach dem Seitenwechsel spielte sich das Spielgeschehen auch ausschließlich im Strafraum der Gäste ab und Herne wollte ganz offensichtlich mal was fürs Torverhältnis tun. In der Viertelstunde nach dem Pausentee wurde die Führung direkt mal auf 6:0 verdoppelt. Danach hätte der Spielstand komplett eskalieren können, aber Westfalias Nachwuchs wollte es teilweise zu schön machen und natürlich wurde Lüdenscheid jetzt dafür missbraucht, ein bisschen was zu testen.

    Lüdenscheid ergab sich seinem Schicksal und nach dem 7:0 knapp 20 Minuten ließ es Herne dann auch gut sein und schaltete ein paar Gänge zurück. Dass der letzte Torschütze Fertich heißt finde ich dann aber doch ziemlich großartig.

    Fertich waren wir dann auch hier und traten die Rückreise nach Essen an. Nicht um den Tag zu beenden, sondern um am Nachmittag noch den Uhlenkrug zu besuchen.


    Schwarz-Weiß Essen - TSV Meerbusch


    Den Uhlenkrug erreichten wir trotz zwei Zwischenstopps reichlich früh, wodurch aber immerhin wirklich viel Zeit blieb ein bisschen das Gelände zu erkunden und sich mal einer ausgewogenen Ernährung zu widmen. Das kulinarische Angebot beschränkte sich auf Bratwurst und Sucuk. Obwohl letztere vom Elektrogrill kam entschied ich mich spontan dafür und bereute meine Wahl nicht, denn die Bratwürste waren entweder so blass wie Engländer oder sahen der Holzkohle zum verwechseln ähnlich.

    Auch hier entschieden wir uns gegen die Haupttribüne und zogen den Schatten in der Kurve vor, wo ab und zu wenigstens mal ein kurzer Luftzug zu spüren war.

    Laut Internetauftritt des Vereins waren außer uns noch 242 weitere Zuschauer vor Ort, was ich ziemlich erschütternd finde. Dass für die paar Nasen aber zwei Bierbuden geöffnet sind erfreute sich bei uns größter Beliebtheit. Zumal die zweite Bude am Ende der Kurve ist, wo es auf die Gegengerade geht. In einem Bereich, wo bestenfalls zehn Leute rumlungerten. So hatte der Typ hinterm Tresen aber auch seine helle Freude an unserer Anwesenheit und der Typ war irgendwie klischeehaft Ruhrpott, aber im positiven Sinne. Auch wenn er zu Rot Weiß Essen hält. Immerhin hat er mir verziehen, dass ich Christoph Dabrowski für das beste an RWE halte, die Kritik an diesem konnte ich jedenfalls nicht unwidersprochen stehen lassen. Das Beast dürfte insgesamt aber sein Lieblingskunde gewesen sein, der alleine durch den Anblick dieser winzigen Becher schon nur noch durstiger wird. Freut mich aber, dass er hier mit Stauder endlich mal ein wirklich gutes Bier vorgesetzt bekam...

    Nach dem kurzen Plausch nahte dann auch der Anpfiff und wir machten uns wieder in der leeren Kurve breit.

    SW Essen war bei dieser Partie natürlich der deutlich namhaftere Verein. Im Gegensatz zum Arbeiterverein RWE war SWE stets der bürgerliche Verein, was insofern witzig ist, dass Schwarz-Weiß immer die noch größeren Geldprobleme hatte. Höhepunkt dabei sicherlich die Abgabe der Zweitligalizenz 1978, weil Präsident Schmitz durch seine Scheidung (!) kein Geld mehr hatte, was er in den Klub stecken konnte. 1994 folgte nach langer Drittklassigkeit erstmals der Gang in die vierte Liga und alles nahm seinen Lauf. Ab den frühen 2000ern peilte man immer wieder den kurz- bis mittelfristigen Aufstieg an, rannte aber den eigenen Erwartungen mit teilweise riesigem Abstand hinterher, trotz allem kehrte kein Realismus ein. 2008/09 "erreichte" man dann die Fünftklassigkeit, die man auch nicht mehr nach oben verlassen konnte. In der folgenden Saison geriet man durch die Insolvenz von Karstadt auch in ernsthaften Schwierigkeiten, konnte sich dank zahlreicher Spenden aber über Wasser halten.

    Witzig ist, dass man seit 1978 nie sportlich abgestiegen ist, sondern immer in der Oberliga spielte, diese nur im Ligensystem dabei abwärts wanderte. Kein Verein in ganz Deutschland unterhalb der Bundesliga hat eine solche Konstanz!

    Die Historie der Gäste ist schneller erzählt: die Mannschaft existiert in dieser Form erst seit 2015. Eine Fusion zweier Provinzvereine, die so ganz nach dänischem Vorbild ihre Kräfte bündeln um ein halbwegs passables Team auf den Rasen zu bringen.

    Das brachte zumindest an diesem Tage nicht allzu viel. Schwarz-Weiß war das bessere und aktivere Team. Keine Ahnung, ob dort mittlerweile ein bisschen Realismus herrscht, aber besonders ambitioniert steht man tabellarisch auch nicht da (gesichtertes Mittelfeld - weit hinter der Spitze, nach wenigen Spieltagen schon). Gegen die zu diesem Zeitpunkt tabellarisch annähernd gleichwertigen Gäste tat man sich auch sehr schwer. Auch die Führung in der 14. Minute brachte nicht allzu viel Sicherheit gegen sehr limitierte Gäste. In der 25. Minute fing man sich bereits den Ausgleich. Hilfreich war dann aber Meerbusch-Spieler Röber, der direkt vor der Pause für eine Tätlichkeit vom Platz flog. Mit mehr Platz und einem Gegner, der bei hohen Temperaturen mehr laufen muss lief es dann für Schwarz-Weiß besser, umso länger das Spiel ging. Zumal man nach einem Standard kurz nach Wiederanpfiff direkt wieder in Führung ging. Nach etwas über einer Stunde dann auch die Vorentscheidung, ein 3:1 war für Meerbusch einfach nicht mehr aufzuholen, auch wenn man sich achtbar in Unterzahl geschlagen hat.


    Uns hielt hier nun auch nichts mehr und wir setzten uns wieder in Bewegung, setzte das Beast an seiner Unterkunft ab und trat kurz darauf die Heimreise an. Nach diesem Wochenende war ich so matt, dass ich tatsächlich 'ne Pause einlegen musste um nicht zu einer Gefahr für mich und andere zu werden. Solche Temperaturen nochmal im September hatte ich nicht erwartet und noch schlechter verkraftet. Immerhin war ich rechtzeitig Zuhause um Green Bay bei einer erfolgreichen Bärenjagd in Chicago zuschauen zu können.

    Wichtige Erkenntnisse: die erste "Langstrecke" mit der neuen Karre hat sich sehr positiv angefühlt. Und - ganz wichtig - unterklassiger Fußball macht auch nach längerer Pause immer noch unfassbar viel Bock!

  • Ich finde es lobenswert, dass du diese teils unmenschlichen Zustände an den Getränkeständen der Gegend thematisiert hast.

    Du wirst koana vo UNS

    In a world of compromise....Some don’t.


    Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!

  • Da passt mir auch das Wetter besser.

    Du wirst koana vo UNS

    In a world of compromise....Some don’t.


    Hängt die Nazis solange es noch Grüne gibt!

  • Immer wieder schön wenn beastie sich aus Marseille aufmacht um Dsörrminie einen Besuch abzustatten. :nuke: :wm64:

    Ich muss nicht „mehr vor die Tür“, ich muss gedanklich weniger vor den Zug.

    -Torsten Sträter- :umarm:

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