Der Grund, wieso ich die Relegation in der heutigen Form auch abschaffen wollen würde, ist einfach, weil die Schere zwischen 1. und 2. Bundesliga mittlerweile (gewollt) so groß ist, dass es einfach kein faires Duell sein kann. Die Statistik belegt es ja, wie sehr die Erstligisten dominieren. Und 2/3 der Ausnahmen stammen aus der Anfangszeit nach Wiedereinführung.
Im Profifußball ist eine Relegation zur Ermittlung der Ligazugehörigkeit generell sportlicher Unsinn. Da treffen Mannschaften aufeinander, die mit grob unterschiedlichen Etats für stark unterschiedlichen Ligen zusammengestellt worden sind, um zu ermitteln, welches das bessere Team ist, dass in der höheren Liga spielen dürfen soll, obwohl allen klar sein müsste, dass in Abhängigkeit vom Ausgangs des Spiels die Kader wieder massiv verändert werden.
Daher sind diese Spiele halt unsinnig. Ganz gleich, ob man sie als Aufstiegschance für das unterklassige Team oder als Rettungschance für das höherklassige Team sieht und auch unabhängig davon, ob man zwei, drei oder vier Auf- und Absteiger für angemessen halten würde.
Auch entwerten diese Spiele mitunter die Dramatik des letzten Spieltages. Da wurde häufig auf mehreren Plätzen bis zur letzten Sekunde um Positionen gekämpft und am Ende war die Entscheidung ultimativ gefallen. Heute fühlt sich das für mich immer wie ein „Eigentlich ist es vorbei, aber irgendwie doch nicht an.“
Das einzige was im Profisport für die Relegation spricht ist die Dramatik für die Zuschauer, aber selbst die hat man ein Stück weit dem letzten Spieltag geklaut. Alles andere spricht sachlich dagegen. Auch die Benachteiligung der darin spielenden Clubs auf dem Transfermarkt durch die spätere Gewissheit bzgl. der Ligazugehörigkeit.
Gerne abschaffen! Passiert aber wohl erst, wenn es sich nicht mehr rechnet. Dann wird es aber als Entscheidung aus Überzeugung kaschiert ... kennt man doch.