• Wenn mein Junior also berichtet, dass er im Kindergarten geärgert und gehaun wird, dann weiß er was zu tun ist. Nicht zurückhauen, direkt Hilfe holen. Weil zurückhauen es am Ende nur schlimmer macht und er am Ende genauso schuld sein wird. Mal schaun, wie das später mal wird...

    Jep, da hast du definitiv Recht.

  • So, hier ein kurzes Update für euch:


    Ich bin tatsächlich positiv überrascht. Als ich heute Morgen um neun dann im Sekretariat ankam, standen da schon die Direktorin, die Klassenlehrerin meines Sohnes, die Klassenlehrerin des "Schlägers" von gestern, sowie die Eltern des Jungen der das angezettelt hat und die Eltern des "Schlägers". Die beiden Kids waren natürlich auch dabei. Ich könnte auch Täter schreiben, tut aber im Endeffekt wenig zur Sache.


    Nachdem ich dann deutlich gemacht habe, dass ich sowas nicht nochmal tolerieren werde und ansonsten richtig aufdrehe, äußerte dann die Mutter des ersten, dass mein Sohn ja angefangen hätte. Hier ist dann die Klassenlehrerin meines Sohnes ins Gespräch eingestiegen und nahm ihr direkt den Wind aus den Segeln. Mein Kurzer hat nichts anders als geschlichtet und sich danach gewehrt. Die Schuldzuweisung könnte sie also bitte unterlassen. (Hier war ich das erste Mal wirklich überrascht. Der Vater des Jungen der meinen Sohn geschlagen hat, versuchte dann alles darauf hinaus zu schieben, dass er seinem Freund ja auch nur geholfen hätte. Cool, nen Tag später und mit 10 Mann im Rücken ist das natürlich vollkommen normal. Auch das wurde dann durch die Direktorin und die Klassenlehrerin des Jungen abgebügelt mit dem Hinweis, dass dies ja nicht zum ersten Mal passiert ist. Hiernach kamen dann die drei Jungs nacheinander nochmal zu Wort und durften das Ganze dann nochmal aus ihrer Sicht schildern. Gut, da war bei meinem Sohn nichts neues für mich dabei, aber die Mutter des Anstifters machte große Augen, da ihr so einige Details noch nicht klar waren. Ihr Sohn bestätigte dann tatsächlich die Version meines Sohnes und holte sich dort schon den ersten Anschiss von seiner Mutter ab, warum er denn immer lügen würde. (Kann ich nicht beurteilen, ist mir aber auch komplett Latte). Der dritte Junge beharrte dann auf der Version, er hätte ja nur geholfen. Gut. Die Direktorin fragte dann welche Maßnahme die Klassenlehrerin meines Sohnes für den Anstifter vorsieht und diese sagte dann, dass er doch bitte das Anti-Aggressionstraining was dort an der Schule angeboten wird besuchen sollte. Dem stimmte die Mutter auch direkt zu. Die Direktorin teilte dann dem Vater des Schlägers mit, dass sein Sohn ab Sofort für zwei Wochen einen Schulverweis bekommt und die Schulsozialarbeiterin nochmal auf die Familie zukommen wird. Dann hat sich die Direktorin an meinen Sohn gewandt und ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, bei den Streitschlichtern in der Schule mitzumachen. Das war für ihn ein tolles Angebot, welches er auch direkt angenommen hat.


    Hiernach war dann das Gespräch in großer Runde zu Ende und ich unterhielt mich noch ein bisschen mit der Klassenlehrerin meines Sohnes. Die hat sich auch nochmal entschuldigt. In der nächsten Woche wird nochmal eine Stunde dafür verwendet, die Kinder nochmals zu sensibilisieren, dass Gewalt keine Lösung für einen Streit sein wird und auch Vergeltungsaktionen komplett inakzeptabel sind.

    "Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen!"


    Harald Juhnke


    :bfcjb:

  • scheint, als würde der ganze Vorfall erstgenommen.

    Gendern ist, wenn der Sachse mit dem Boot umkippt

  • Dafür habe ich gesorgt, dass darfst du mir glauben.

    "Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen!"


    Harald Juhnke


    :bfcjb:

  • scheint, als würde der ganze Vorfall erstgenommen.

    Alles andere wäre auch unprofessionell.


    Dafür habe ich gesorgt, dass darfst du mir glauben.

    Bei dem Aufwand an Personen, die an diesem Gespräch teilgenommen, haben ist davon auszugehen, dass auch von Seiten der Schule der Vorfall unmittelbar sehr ernst genommen wurde. Das Gespräch und die getroffenen Maßnahmen wurden vorbereitet, sonst wäre es nicht so gelaufen.

  • Wenn ihr wüsstet, was alles passieren muss, damit man einen Schüler rechtlich korrekt und wasserdicht von der Schule werfen kann. Da muss eine ganze Maschinerie in Gang gesetzt werden, bis da dann mal Paragraph 90 (regelt Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen) zum Einsatz kommen kann/darf. Und wehe da ist ein Verfahrensfehler ala „der Schüler wurde nicht gehört“. Die Drohung eine Schule in die Luft zu sprengen reicht da nicht, das müsste schon in die Tat umgesetzt werden…


    Zitat eines Schulrates vom Regierungspräsidium (der Fall ist bei uns nicht reell, der Satz schon):

    „Wenn ein Schüler mit einer Waffe in die Schule kommt und Sie ihm diese abnehmen - dann ist er unbewaffnet und kann auf‘s erste am Unterricht teilnehmen.“

  • GutesWolters, weil ich das grad erst lese:


    Der Vermerk, dass euer Sohnemann von der Schulleiterin das Angebot eines Streitschlichters bekam und er das auch angenommen hat, ist für unsereinen wunderbar zu lesen und im Nachgang das Wichtigste. Weil das stärkt umso mehr sein Selbstbewusstsein, den Gerechtigkeitssinn, das ehrliche und aufrichtige Auftreten und es zeigt ihm, ich hab alles richtig gemacht und bekomme den Respekt von Erwachsenen auch außerhalb des Elternhauses. Und ihr als Eltern könnt über und für ihn stolz bis zum Geht nich mehr sein. Weil ihr erzieht ihn vertrauensvoll zum Miteinander und beschützt ihn auch mal, wenns sein muss, was er euch bereits jetzt, ohne dass er's vielleicht versteht, auf seine Art zurückgibt. Riesen Respekt dafür, wollt ich einfach mal loswerden.


    Den Einwürfen von Mauwie kann ich nur zustimmen. Und die Probleme mit einigen Eltern und deren Kindern beginnen nicht erst in der Schule, sondern zeigen sich vermehrt schon in so manchem Kindergarten.

    Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft

    Pivotechnik ist kein Verbrechen
    :drink:


    Lerne Schweigen ohne zu Platzen

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