"Mein schönstes Ferienerlebnis" - Katers Spielberichte

Hallo liebe qiumianerinen und qiumianer!

Das Update auf Woltlab Suite 5.2 ist nun durch. Bitte meldet euch neu an, damit ihr wieder rein kommt.
Solltet ihr noch Fragen haben zur neuen Software oder Fehler entdecken, schreibt ins Admininfos Board.

Und bitte ladet eure Avatare nochmal neu hoch, wo ggf. das Bild pixelig ist.
Beim Update sind die zwar alle wieder eingestellt worden, durch einen Imagefilter aber leider teilweise eben pixelig.

Danke!

Grüße
Euer Admin-Team

PS: Diese Nachricht kann man mit dem kleinen "x" rechts oben ausschalten!
  • Und diese Verrückten bauen hier tatsächlich Wein an! Die Hänge im Calmont sind bis zu 65 Grad steil und – Obacht, unnützes Wissen – somit eine der steilsten Weinlagen der Welt.

    Da wird eine optisch tatsächlich ansprechende Gegend missbraucht um diesen Trinkessig anzubauen. Man merkt halt, dass die Eingeborenen da halbe Franzosen sind. :D

    Da ich eine faule Sau bin, packte ich die Kamera bei der Kletteraktion natürlich nicht ein und packte mich prompt auf die Fresse.

    Du und deine Füße, das wird auch einfach keine gute Beziehung mehr!

    Wir sind dann noch schnell nach Maria Laach gefahren, um zu testen, ob wir irgendwie an den Laacher See herankommen, aber ohne Parkgebühren nix zu machen. Bomber meinte, den Ort schon mal irgendwo gehört zu haben. Maria laach wahrscheinlich mal auf ihm.

    :amen:
    Starker Bericht!

    „Schuld sind die Täter, zur Opferrolle taugen diese Chaoten nicht.“
    C. Schickhardt („Anwalt“) über Kollektivstrafen.

  • Kuzze wunderte sich zunächst über das Geräusch und machte ein Pferd als Störquelle aus.

    Was kann ich denn dafür wenn sich französische Gockel anhören wie Pferde?!? :motzen:


    Das wiederum rief erneut Kuzze auf den Plan, der uns vehement davon überzeugen wollte, auf dem Friedhof einen bewegenden Schatten gesehen zu haben.

    Da war jemand! Ganz sicher! Da ist jemand über den Friedhof gelaufen! :motzen::motzen:

  • Was kann ich denn dafür wenn sich französische Gockel anhören wie Pferde?!?

    Endlich weiß ich, wie das mit der TK-Lasagne damals passieren konnte! :O

    „Schuld sind die Täter, zur Opferrolle taugen diese Chaoten nicht.“
    C. Schickhardt („Anwalt“) über Kollektivstrafen.

  • Du und deine Füße, das wird auch einfach keine gute Beziehung mehr!

    Deinen Wurstfingern gefällt das. Aber dich will ich mal durch nen stockdusteren Berg stratzen sehen!


    „Ich habe meinem Berater gesagt, es gibt einen Klub, zu dem ich auf gar keinen Fall wechseln kann...“ - Manuel Schmiedebach

  • Was kann ich denn dafür wenn sich französische Gockel anhören wie Pferde?!?

    Endlich weiß ich, wie das mit der TK-Lasagne damals passieren konnte! :O

    Ja eben. Der Gockel ist dem Franzosen schließlich heilig.


    „Ich habe meinem Berater gesagt, es gibt einen Klub, zu dem ich auf gar keinen Fall wechseln kann...“ - Manuel Schmiedebach

  • Wenn euch mal wieder langweilig ist, dann fahrt doch etwas südlicher. ;)

    Zitat

    „The fundamental cause of the trouble is that in the modern world the stupid are cocksure while the intelligent are full of doubt." (Bertrand Russell)

  • Wenn euch mal wieder langweilig ist, dann fahrt doch etwas südlicher. ;)

    Was soll ich denn in Kaiserslautern? :(


    „Ich habe meinem Berater gesagt, es gibt einen Klub, zu dem ich auf gar keinen Fall wechseln kann...“ - Manuel Schmiedebach

  • Wenn euch mal wieder langweilig ist, dann fahrt doch etwas südlicher. ;)

    Was soll ich denn in Kaiserslautern? :(


    Tiefer, tiefer |-)

    Zitat

    „The fundamental cause of the trouble is that in the modern world the stupid are cocksure while the intelligent are full of doubt." (Bertrand Russell)

  • Mahlzeit!


    Ich nutze "meinen" Thread mal für etwas Werbung in eigener Sache.


    Ich habe es endlich mal geschafft, mir einen Blog zu basteln. Auch und gerade, um über ein bevorstehendes "Großereignis" angemessen berichten zu können. Lasst euch überraschen. :D


    Auf dem Blog gibt es zukünftig Spielberichte, Fotos und anderen Kram zu sehen.


    Alle Spielberichte und Stadiontests wird es weiterhin hier zu lesen geben. Allerdings natürlich nicht so hübsch bebildert *hust*.


    Der Link: http://www.valokuva.de/


    Der freut sich übrigens auch über fleißiges Verbreiten. ;)


    „Ich habe meinem Berater gesagt, es gibt einen Klub, zu dem ich auf gar keinen Fall wechseln kann...“ - Manuel Schmiedebach

  • Ich habe es endlich mal geschafft, mir einen Blog zu basteln. Auch und gerade, um über ein bevorstehendes "Großereignis" angemessen berichten zu können. Lasst euch überraschen.

    Ich habe da so eine Ahnung. :D

  • Damit mir das hier nicht einschläft. |-)


    In hübsch mit den ganzen Bildern gibt's das hier:

    http://valokuva.de/2020/12/21/…1-der-calmont-mal-wieder/

    http://valokuva.de/2020/12/21/…tlich-sonne-im-hunsrueck/


    Der Hunsrück dürfte eine der wenigen Gegenden Deutschlands sein, durch die ich bisher nicht mal aus Versehen gefahren bin. Ich habe mir lediglich ein Mal 90 Minuten Shuttlebus von Hahn nach Koblenz gegönnt, aber wenn man ohne geschlafen zu haben aus Spanien kommt, hat man für die Landschaft keine Augen. Als ich meine Mutter neulich ins 21. Jahrhundert gebeamt und ihr zum Geburtstag einen Chromecast geschenkt habe, startete ich zum Test eher zufällig einen ARD-Beitrag über den Hunsrück. Trotz der komplett nervigen Reporterin war mein Interesse schnell geweckt und da sowohl mein neues Sigma 18-35 f/1.8 Art, als auch Hannoi mal wieder spazieren geführt werden wollen, drängte sich dieser Hunsrück für die sowieso geplante Wochenend-Fototour geradezu auf. Die Planung sah unter Anderem einen Besuch an den Klidinger Wasserfall vor. In der groben Theorie klingt sowas ja immer ganz hervorragend, bis dann die Feinplanung beginnt…

    Die Klidinger Wasserfälle liegen – streng genommen – in der Eifel. Und sind nur durch Überwindung von 200 Höhenmetern erreichbar. Wer die Tour de Schland gelesen hat, weiß, dass mich 30 Höhenmeter am Königssee schon direkt ins Sauerstoffzelt gebeamt haben. 200. Puh. Diesen Plan teilte ich natürlich auch Hannoi mit und er war sofort Feuer und Flamme…oder?!


    Aber wer verzichtet schon freiwillig auf spektakuläre Sonnenaufgänge, nebelverhangene Täler und kitschig-schöne Moselschleifen? Eben.


    Hingelaufen sind wir am Ende übrigens nicht. Wir wollten nicht die einzigen Sonnenstrahlen des Wochenendes ausgerechnet in einem Wald ‘verschwenden’. Ja, das Wetter war mal wieder ein Thema. Spoiler vorab: Sonnenauf- und untergänge sahen wir mal wieder nicht.


    Aber erstmal wollte wie immer eine Unterkunft gesucht werden. Dies erledigten wir dieses Mal erst knapp 36 Stunden vor Abfahrt, zu unsicher waren wir uns aufgrund irgendwelcher Corona-Beschränkungen und unflexiblen Storno-Optionen seitens einiger Hoteliers. Wir hatten also noch die (bezahlbare) Auswahl zwischen der Weinstube Castor und dem Hotel Pommern. Trotz der sympathischen Namen haben wir uns letztlich aber für eine Ferienwohnung in der Nähe der Seilbrücke Geierlay entschieden, dem Alten Zehnthaus. Man öffnet die Bude zeitgemäß mit Nuki, diesem digitalen Smartphone-Türdingsbums und kann den Check-In – in Corona-Zeiten nicht unwichtig – auch völlig kontaktlos vornehmen. Also keine Ludmilla, die wortlos auf ein Formular tippt und dabei den Schubsetanz aufführt.


    Hannoi ist pünktlich. Das ist gut. Ich begrüße ihn mit den Worten “Ich hoffe, du hast Bier mit. wir fahren nach Rheinland-Pfalz.” Seine Miene verfinstert sich, meine auch. Es gibt eine Sache, die weniger Spaß macht, als in Köln Auto zu fahren: Am Freitag in Köln Auto zu fahren. Aber hilft ja nix, nennen Sie ein Verkehrshindernis mit sieben Buchstaben: ‘Garbsen, Hamburg… Cologne!’ Ging dann sogar erstaunlich gut und wir erreichten ohne Verzögerung die Eifel. Da die Sonne sich nun auch mal blicken ließ, hielten wir schon mal nach geeigneten Fotospots am Wegesrand Ausschau, aber uns wollte nichts auffallen. Dafür kam dieses Bistro in unmittelbarer Nähe des Nürburgrings genau richtig, um unseren Hunger zu stillen. Aber was zum Henker denkt man sich dabei, wenn man in eine Krakauer Nelken rein macht? Das ist ja richtig ekelhaft! Immerhin selbstgemacht, keine Fabrik würde sich so ein Attentat auf die Geschmacksnerven trauen. Nun hatte ich die ganze restliche Fahrt den Geschmack von Wildbraten mit Rotkohl im Mund.


    Unser erster Plan war es, den Calmont mal bei Tage zu inspizieren. Da war ich ja im April schon mal und dank Nacht und Nebel sah ich meine eigene Hand nicht vor Augen. Jetzt, ein halbes Jahr später, war ich besser vorbereitet und es war Tag und so fanden wir die Einfahrt zum Gipfelkreuz und einen Parkplatz, ca. 2 km vor dem Ziel. Und wir fanden ein “Durchfahrt verboten”-Schild, aber – Vorbereitung – es gab ca. 1 km vor dem Ziel noch einen weiteren Parkplatz. Ein offiziell beschilderter Parkplatz, zu dem man offiziell gar nicht fahren dürfte – willkommen in Deutschland. Wir stellten das Auto also in das erste Schlammloch des Wochenendes und latschten die 10 Minuten zum Gipfelkreuz des Calmont. Den habe ich hier schon mal beschrieben, daher spare ich mir das jetzt mal und komme direkt dazu, meiner Enttäuschung über das Gipfelkreuz, bzw. über den Ausblick von diesem, Ausdruck zu verleihen. Es ist zu hoch und im Vordergrund viel zu verwachsen, sodass man die Moselschleife nicht komplett im Blick hat.


    “Das ist blöd hier, lass uns mal versuchen, etwas weiter runter zu kommen”, schlug ich vor, denn etwas unter uns verschwanden gerade zwei junge Damen im Dickicht und auch ich wusste aus der Planung, dass dort ein ziemlich steiler Trampelpfad irgendwo hin führen müsste. Im gleichen Moment, wie ich mich für die Idee feierte, nur die kleine Sony RX100 mitzunehmen und den schweren Rucksack im Auto zu lassen, verfluchte sich Hannoi für seine Schuhwahl, er hatte nämlich nur seine Slicks drauf und die “Outdoor”-Schuhe im Auto gelassen. Durch die vielen Regenfälle der letzten Wochen hat sich dieser durchschnittlich 25% steile Trampelpfad in eine spannende Rutschpartie verwandelt. Jedenfalls für den, der keine geeigneten Schuhe hatte. Hannois Highlight sah ich wenig später aus dem Augenwinkel, als er wegrutschte, dabei absprang und sich wie ein Äffchen etwas hilflos um einen Baum klammerte. Ich hätte ihm gerne eine Banane zugeworfen, hatte aber nur die Kamera dabei und das wollte ich beiden nicht antun.


    Nun ja, der perfekte Spot war auch hier irgendwie nicht dabei und die Aussicht, heute Nacht im Stockdunkeln diesen Pfad erneut herunterzustiefeln, behagte keinem von uns beiden. Also zeigte ich von oben auf die Stelle, wo ich im April stand und wir einigten uns darauf, es am nächsten Morgen dort zu versuchen.


    Der Plan, uns einen Spot für den Sonnenuntergang zu suchen, verwarfen wir mangels Sonnenuntergang. Also mussten wir überlegen, was wir als nächstes tun wollen, dazu mussten wir aber erstmal in die Nähe des nächsten Kaffs fahren, es ist ein Kreuz mit der deutschen Netzabdeckung. Eher zufällig fanden wir einen Parkplatz mitten in einer Serpentine und eher zufällig erwies sich dieser als netter Fotospot für das Ultraweitwinkel. Dazu boten die Wolken gerade das passende Drama für einen netten Schnappschuss.

    Wo ist denn eigentlich mein Tele? Nach kurzer, erfolgloser Suche im Rucksack fiel es mir wieder ein: Es steht zuhause im Fotoschrank, weil ich letzte Woche am Baldeneysee mein neues Sigma 18-35 mit dem Tamron 17-50 verglichen habe – und das Tele dafür nicht brauchte. Später am Abend sollte sich noch herausstellen, dass das vergessene Tele eine gar wunderbare Liaison mit dem ebenfalls vergessenen L-Winkel eingegangen ist. Blöd, wenn man in einer klaren Vollmond-Nacht auf dem Calmont steht und ein Hochformat-Panorama machen will.


    Wir stromerten nun etwas an der Mosel entlang, auf der Suche nach einem netten Örtchen für die Blaue Stunde. Nach etwas Herumsuchen fanden wir ein nettes Plätzchen auf einem Friedhof der Gemeinde Zell, mit Blick auf das Mosel-Ufer und der gegenüber liegenden Ortschaft. Was wir in der Dämmerung komplett übersehen haben: Da ging eine Stromleitung quer rüber, die in der Blauen Stunde natürlich das vorhandene Restlicht erbarmungslos reflektierte und so jedes Foto von uns komplett sinnlos werden ließ.

    Den Rest gab uns die fette Solaranlage auf dem erstbesten Haus. Blöder Spot. Dafür aber nette Einheimische, die ich direkt mal ausfragte, was man gegenüber alles sehen konnte, hoch über dem Ort war nämlich ein beleuchtetes Etwas zu sehen. “Ist das von den Römern?” “Ach, das hätten die wohl gern”, entgegnete die Dame, “das ist ein Aussichtsturm aus Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber wirklich schön da oben, fahrt mal hin.” Haben wir dann nicht getan, warum eigentlich nicht? Während Hannoi noch mit ein paar Belichtungsreihen beschäftigt war, probierte ich mal die Sonnensterne des Sigma 18-35 anhand einer Straßenlaterne aus.


    In unserer Verzweiflung fuhren wir weiter zur Reichsburg Cochem, da war ich ja nun schon insgesamt drei Mal, nur noch nie bei Dunkelheit. Und uns wollte eh nichts Besseres einfallen. Dort postierten wir uns auf einen Ponton, an dem normalerweise die Moselschiffe anlegen, um einigermaßen freie Sicht auf die Burg zu haben.


    Ich stellte wie immer das völlig frei neig- und schwenkbare Display der Sony A77II auf eine halbwegs ergonomische Position ein und plötzlich wurde das Display dunkel und ich schaute einigermaßen sparsam aus der Wäsche. Es passiert mir schon mal gerne, dass ich versehentlich den Fernauslöser auf ‘Hold’ habe und mich wundere, warum die Kamera nicht auslöst, oder dass ich den manuellen Display/Sucher-Umschalter betätige. Aber nix da, es machte einfach gar nichts mehr, außer sich Ernüchterung breit. Denn das Display blieb auch nach Neustart und Akku-Wechsel dunkel. Erst als ich es frustriert einklappte, zeigte es plötzlich wieder ein Bild an. Lösung: Irgendein Wackelkontakt im Schwenkarm. Solange ich das Display nur neige/drehe, ist alles in Ordnung, aber sobald ich es kippe, geht es aus. Schöne Scheiße, gerade ein Vermögen in ein neues Objektiv gesteckt und nun kackt das Display ab. Ich beschloss, solange einfach so weiterzumachen, bis das Display ganz den Geist aufgibt, dann lohnt sich der Austausch wenigstens.

    Beim Einpacken sahen wir plötzlich den Vollmond hervorkriechen und wir beschlossen, nochmal zum Calmont zu fahren. Diesmal ignorierten wir sogar beide Wanderparkplätze und fuhren im stockfinsteren Wald direkt zum Gipfelkreuz.

    Das unfassbar helle Etwas mittig im Hintergrund ist übrigens keine Stadt, sondern der Flughafen Hahn. Zu unserer Unterkunft war es nun noch eine halbe Stunde Weg. Ok, für 30€ pro Nacht hätte ich das akzeptiert. Aber 85€ pro Nacht und dann eine Bettdecke, dünn wie Papier und ein billiges (und viel zu kleines) Schaumstoffkissen?


    Und ja – es darf gelacht werden – ich hab nicht nur das Tele und den L-Winkel zuhause vergessen, sondern sogar frische Unterhosen. Schlafen konnte man auf dieser Pritsche sowieso nicht wirklich, daher war ich gar nicht mal so traurig, dass der Wecker bereits um 5 Uhr schellte. Auf zum Calmont, Sonnenaufgang fotografieren!


    Wie am Vortag besprochen, machten wir uns auf den Weg zum “Pfockel-Spot” und hockten uns dort in den Weinberg. Was mir im April bei dichtem Nebel allerdings verborgen blieb: Der Spot ist gar nicht mal so ideal, wie ich angenommen hatte. Und einen richtigen Sonnenaufgang gab es auch wieder nicht, graue Wolken am Horizont. Da wir nun eh vor Ort waren, kurvten wir etwas durch den Weinberg und fanden wenige Meter über der Stelle plötzlich den idealen Spot, der nämlich etwas weiter in den Berg herein reicht. Aus “nur mal eben hin und gucken” wurde purer Dusel, denn just in dem Moment, in dem wir uns auf die dort bereitstehende Bank niederließen, riss der Himmel auf und die Sonne strahlte uns an.


    Im Eifer des Gefechts habe ich schlampig gearbeitet und links zu viel Bildausschnitt draufgepackt. Und rechts zu wenig, die Straße sollte eigentlich komplett zu sehen sein. Aus dem Weinberg trollten wir uns wieder zu unserem Mobilnetz-Parkplatz von gestern, um das weitere Vorgehen zu planen. Allerdings zog gerade praktischer Nebel durch das Tal, dem wir nicht widerstehen konnten. Und auch diese Haarnadelkurve sah jetzt komplett anders aus, als noch gestern Nachmittag.


    Wir sattelten die Hühner und machten uns auf ins 90 Minuten entfernte Hübingen, ein kleines Dorf mittig zwischen Mosel und Rhein. Etwa 2 km davon entfernt mitten im Wald befindet sich ein Felsen namens Peterslay. Lay, bzw. Ley kommt aus dem Altsächsischen und bedeutet so viel wie Felsen, bzw. Klippe. Grüße von der Loreley. Und wieder was gelernt. Peterslay ist aber aus einem anderen Grund interessant: Der Felsen ragt einige Meter aus der Umgebung heraus und unter dem Felsen geht es 50 Meter tief abwärts. Wenn du da abschmierst, kommt aber kein Postbote mehr, um mal Bud Spencer zu zitieren.


    Nun stand die längste Auto-Etappe an. Knapp 90 Kilometer lagen vor uns, immer entlang der Hunsrückhöhenstraße, die überraschend gut ausgebaut und demnach flüssig fahrbar ist. Wenn man fotografisch in der Gegend ist, darf ja eine Burg nicht fehlen. Bzw. das, was noch davon übrig ist. Die Burg Baldenau ist die einzige Wasserburg im gesamten Hunsrück, aber mehr als der 24 Meter hohe Bergfried ist davon nicht mehr zu sehen. Dafür waren sehr viele Autos zu sehen, an diesem sonnigen Samstagmittag interessierten sich mehr Leute als uns lieb war für diese Burg. Leider auch die zwei Kandidaten direkt vor dem Bergfried, die mir blöderweise erst hinterher aufgefallen sind. Auch aus anderen Winkeln kann man schöne Bildausschnitte finden. Wie hier mit dem Steg über ein kleines Sumpfgebiet, der zur Burg führt.


    Wir fuhren weiter zum Viadukt der Hunsrückbahn. Dieses ist gut 50 Meter hoch und wird seit 30 Jahren nicht mehr befahren. Es liegt mitten im Wald gut versteckt und hinkommen ist nur über einen steilen Trampelpfad möglich. Neben dem Viadukt ist ein riesiger heller Steinbruch. Unser Plan war eigentlich, dass die untergehende Sonne diesen Steinbruch anstrahlt. Leider wurde der Plan dadurch zunichte gemacht, dass zwischen Steinbruch und Viadukt einige echt fette Bäume herumstanden.

    Fotografisch war der Ausflug zu diesem Viadukt gar nicht mal so gut. Keine Chance, einen halbwegs brauchbaren Winkel zu erhaschen, auch der zwischenzeitlich in einem abenteuerlichen Busch verschwundene Hannoi hatte immer irgendwelche Sträucher vor der Linse. Dafür war der Fußweg dort hin über abermals mehr als 20% steile Pfade inkl. Sprung über einen Bach ein kleines Highlight. Wandern kann Spaß machen, warum hat mir das noch niemand vorher gesagt? Wir verwarfen die Idee, dort länger zu verweilen. Hektik kam auf. Wir brauchen irgendwas Spektakuläres für den Sonnenuntergang. “Lass uns mal zur Mosel zurück zu fahren, die sieht schließlich immer gut aus”, schlug ich vor und wir suchten uns schnell etwas, wo der Winkel halbwegs stimmte und machten uns auf die Socken.


    Wirklich schade, dass die Ampel so schnell auf grün sprang. Hannoi hatte schon sein Handy aufs Armaturenbrett gepfeffert und sich zum Aussteigen bereit gemacht. Der Knabe hinter uns verlangte dringend nach einer Tracht Prügel. Sollte ich irgendwann erfahren, dass du dich totgefahren hast, komme ich wieder, um auf dein Grab zu pissen, du dummes Schwein! Es gibt wenige Situationen, in denen ich ernsthaft wütend werde, normalerweise bin ich total ausgeglichen. Aber wenn jemand seine tiefergelegte Prollkarre als Waffe einsetzt, und mir auf kurvigen Serpentinen quasi in der Stoßstange hängt, werde ich wirklich zornig. Auch 10 Minuten später hatte ich mich noch nicht wieder beruhigt und der nahende Sonnenuntergang tat sein Übriges.


    Wir parkten unorthodox und versuchten, durch das Dickicht einen Blick auf das Moseltal zu erhaschen. Dies gelang uns, allerdings gab es zwei Probleme: Die Sonne verschwand pünktlich zu ihrem Untergang hinter einer dicken Wolkendecke und dieses Gewerbegebiet genau vor uns im Moseltal war absolut hässlich. Das ist doch nicht mehr normal! Den ganzen Tag scheint dieses verdammte Drecksding und rechtzeitig zu ihrem Untergang kommen dicke, graue Wolken.


    Langsam meldete sich auch unser Hungergefühl, aber erstmal mussten wir rückwärts wieder aus diesem Waldweg rausfahren, in den wir hektisch reingefahren sind. Wir dachten uns, dass jede gegessene Ente nicht mehr in irgendwelchen Bildern herumflattern kann und begaben uns zum Chinamann. Die dortige Wartezeit vertrieb Hannoi sich damit, seine Niederlage im Qiumi-Managerspiel schon mal auszuwerten. Praktischerweise lag der Entenbräter genau am Moselufer und gegenüber stand das Postamt Traben-Trarbach. Sehenswert, wenn da nicht die Baukräne wären. Baukräne sind die neuen Enten. Kann man auch nicht so gut braten.


    Die nächsten 75 Minuten verbrachten wir wieder im Auto. Wir hatten ja noch eine Mission, die das Highlight der Tour werden sollte: Die Hängeseilbrücke Geierlay, die seit 2015 das Mörsdorfer Bachtal auf 100 Metern Höhe überspannt und von Touristen überlaufen ist – aber nicht nachts bei ausbaufähigem Wetter. Die Benutzung der Brücke ist kostenlos, das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Faulheit in uns versuchte natürlich, so nah wie möglich an die Brücke ranzukommen. Wird nachts ja schon nicht so wild sein, dachten wir uns. Aber auf der ‘Zielseite’ in Sosberg war tatsächlich alles im Umkreis von 1,5 km abgesperrt und Möglichkeiten, das Auto dort abzustellen, gab es schlicht keine. Also weiter nach Mörsdorf, dem Touristen-Hotspot inkl. Großparkplätzen und ‘Besucherinformation’. Schon weit vor dem Ort sahen wir die ersten Parkplätze – was muss hier wohl tagsüber bei Sonnenschein los sein! Wir kurvten weiter durch den Ort, keine Chance, irgendwo das Auto abzustellen, man wird quasi gezwungen, diese offiziellen Parkplätze zu nutzen. Für 8€ pro Tag und zwar auch nachts!


    NACHTS??? Um 2 km vor dieser Brücke parken zu dürfen, muss man NACHTS bezahlen? Was stimmt denn nicht mit euch?? Wir hätten es sogar fast gemacht, aber der einsetzende Nieselregen drückte die Motivation auf das Niveau des Toten Meeres. Also fuhren wir wieder in unsere Unterkunft und stellten den Wecker diesmal etwas christlicher, einen Sonnenaufgang würde es sowieso nicht geben.


    “Christlich”, dachte sich der benachbarte Kirchturm und setzte um halb 7 zum Soundcheck an. Schlaf wird eh überschätzt, also waren wir viel zu früh fertig und beschlossen, einen Abstecher zur Burg Eltz zu machen. Das hat ja im Juni wegen Überfüllung überhaupt nicht funktioniert, aber in aller Herrgottsfrühe bei Scheißwetter schien uns das ein guter Plan zu sein.


    Der Plan funktioniert sogar, aber auch morgens um halb 9 war natürlich schon jemand zugegen, um Parkgebühren zu kassieren. Die Burg Eltz liegt im Tal des gleichnamigen kleinen Flusses und ist eine der wenigen Burgen, die nie gewaltsam erobert wurden. Daraus resultiert auch der überaus gute Bauzustand, der jährlich abertausende Touristen in das abgelegene Tal lockt. Hinkommen ist nämlich gar nicht so einfach, am Parkplatz angekommen muss man noch 100 Höhenmeter bergab wandern (oder den Bus nehmen). Wir entschieden uns für den Fußweg, auch um unterwegs von verschiedenen Höhen unterschiedliche Blicke auf die Burg zu bekommen. Im engen Burgtal bilden sich gerne kleine Wolken, die sich für ein Foto natürlich förmlich aufdrängen.

    Zurück nahmen wir dann den Bus, natürlich ist dieser nicht in der Parkgebühr inbegriffen, sondern kostet 2€ extra. Pro Fahrt. Runterlaufen ist gar nicht so blöd.


    Nun hatten wir aber immer noch keinen Wasserfall. Die Klidinger Wasserfälle waren kein Thema mehr, das hätte locker einen halben Tag verschlungen und Hannoi musste ja noch fünf Stunden Auto fahren. Kurzer Check an der erstbesten Tankstelle (Netz und so…), die El(t)z kann auch Wasserfälle. Auf dem Weg zur Autobahn. Auf zum Elzer Wasserfall in Pillig! Wortwitze darüber sind mir aber zu pillig. :=)


    Wie sollte es auch anders sein, auch hier fand sich wieder eine Burg. Ich frage mich ja, warum die im Mittelalter um diesen toten Landstrich so ein Gewese gemacht haben, dass hier alle fünf Kilometer irgendeiner seine in Stein gemauerte Potenzsteigerung zur Schau stellen musste. Hier thront die Burg Pyrmont – nicht verwandt oder verschwägert mit dem niedersächsischen Bad Pyrmont – gut fünfzig Meter über der Elz. Direkt an der Elz und somit in grauer Vorzeit direkter Nutznießer der Wasserkraft ist die Pyrmonter Mühle, die heute ein Restaurant beherbergt, das es sich selbst in Corona-Zeiten nicht nehmen ließ, seine Sonnenschirme aufgespannt auf der Terrasse vorzuhalten.


    Ich war überrascht, für dieses Bild kein Ultraweitwinkel zu brauchen. Die Pyrmonter Mühle wäre links im Bild, hatte aber die erwähnten Schirme am Start. Und die Mühle hätte ich sowieso nicht ganz drauf bekommen, denn direkt links von mir war ein massiver Baum. Der auch seine guten Seiten hatte, durch die Regenfälle der letzten Tage war das Ufer ordentlich verschlammt und ich konnte mich ausgezeichnet festkrallen, um nicht von diesem reißenden Strom fortgerissen zu werden.


    Fazit: Schön ist diese Mosel ja. Gerade im Herbst, wenn die Weinreben bunt leuchten. Wenn denn die Sonne scheint, denn das Wetter war mal wieder so… naja. Hannoi ist ne echte Pechmarie! Immer, wenn der irgendwo dabei ist, fängt der Himmel das Weinen an. Vor Glück, natürlich. *hust*


    „Ich habe meinem Berater gesagt, es gibt einen Klub, zu dem ich auf gar keinen Fall wechseln kann...“ - Manuel Schmiedebach

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