Spielberichte & Aktuelles aus dem Berliner Amateurfußball

  • Tasmania vs Optik Rathenow 3:1


    Der Spieltag begann merkwürdig und mit einer typischen Provinzposse. Hatte der Unions-Bürgermeister Berlins sich vor einiger Zeit das Sportforum angeschaut und einen Ausbau schon öffentlichkeitswirksam zugesagt, hat die Sportsenatorin des Koalitionspartners nun kurzerhand eine Planänderung ausposaunt. Dank der EM braucht es schnell ein Drittligataugliches Stadion als Trainingsstätte und durch die Nähe zum Olympiastadion wurde das Mommsenstadion auserkoren. Da soll jetzt eine überdachte Gegenegrade mit Sitzenplätzen übergestülpt werden, mehr Sicherheitsgedöns, aber auch eine Begrenzung der Zuschauerplätze auf 5.000, da sich die Sitzplatz in einem Verhältnis zur Gesamtzuschauerzahl stehen müssen und 5.000 Plätze wohl die Mindestgröße ist .. :stoehn:


    Dadurch gibt es aktuell nur Verlierer. Die Weinroten toben, weil sie vorerst leer ausgehen und der üblichen Behördenmarathon ausnahmsweise kurzfristig überbrückt wurde; beim Jahnsportpark tut sich seit geraumer Zeit nicht, obwohl die zentrale Lage und die Anbindung an S- und U-Bahn gegeben ist und im Südwesten gibt's genauso ratlose Gesichter. TeBe muss erstmal raus und sich einen Ersatzplatz suchen und wird auch von der Rasenheizung nichts haben. Die schaltet in der Regionalliga und schon gar nicht in der Oberliga jemals einer an. Die sind auch nur Mieter - errichtet wurde das schöne Teil für den SC Charlottenburg, deren Fußballabteilung recht unbemerkt zwischen Verbandsliga und Landesliga mäandert, aber als Leichtathletikverein den Berlin Marathon ausrichtet und dadurch in der Berliner Sportszene eine gewisse Bedeutung hat.


    Freitag sollte es also zum vorläufig letzten Spiel der Lila-Weißen kommen, doch nun schlug der Verband zu - das Insolvenzverfahren des Gegners Hertha 06 steht noch im Raum und das Spiel daher abgesagt. Eine Woche vorher spielten die hingegen noch .. :stoehn: :stoehn:


    Mit Optik Rathenow reiste ein akut abstiegsbedrohtes Team nach Neukölln, die nach Jahren zwischen Oberliga und Regionalliga in die Verbandsliga abstürzen können und dadurch Union Fürstenwalde Gesellschaft leisten, die als Letzter auch an diesem Spieltag mit einer 0:4-Pleite aus Neustrelitz lediglich acht Punkte aus 16 Spieltagen sammelten. Doch auch bei den Optikern dürfte Trainer Ingo Kalisch nciht zufrieden sein. Tasmania dominierte und traf sogar mal wieder nach einer Ecke. Bei beiden Toren vor dem Pausentee konnte die Verteidigung nicht klären und erst fummelte Gustavus den Ball in die Maschen, dann ließen sie Yilmaz frei das Leder hinter die Linie stochern.

    Optik hat durchaus passable Kicker, über links überrannten sie die Verteidigung und die jeweiligen Übeltäter hätten im Strafraum nur noch querlegen müssen, stünde da auch ein Abnehmer. Stand aber keiner und ein Fingerzeig für die Offensivschwäche der Rathenower.


    In der Zweiten Hälfte gab's noch ein Aufbäumen der Gäste und Raum zum Kontern, doch nach dem wirklich sehenswerten 3:0 durch Bier war der Wille der Gäste gebrochen und Tas versemmelte in der Folge mehrere Möglichkeiten, das Ergebnis hochzukurbeln. Doch ohne Gegentor geht es nicht. Mal wieder Leichtsinn hinten und trotz "Leo!" säbelt der eigene Mitspieler den herauslaufenden Keeper um und ermöglicht den Gästen den Ehrentreffer.


    Unten zementiert sich langsam die Kellerformation. Union Fürstenwalde verlor ebenso wie Dynamo Schwerin (daheim gegen Sparta), der drittletzte RSV Eintracht unterlag Staaken und auch der Rostocker FC holte sich beim 2:7 in Mahlsdorf ordentlich Prügel ab. Eine Sensation gab's aber dennoch: die Auswärtsstarken Wismarer siegten in Zehlendorf und hievten das sich schadlos haltende Lichtenberg 47 (3:2 bei Makkabi) auf die Spitzenposition. Beide Spitzenreiter mit jeweils 41 Punkten.


    Das Fragezeichen bleibt bei Hertha 06 - von einem Rauswurf würde u.a. Tasmania profitieren, aber auch L47. Die Lichtenberger spielten nur Remis gegen die, Zehlendorf gewann. Würden die Punkte abgezogen werden, hätte Lichtenberg plötzlich zwei Punkte mehr.


    Tabelle

  • Laut Registerportal, Berlin VR2423, ist CFC Hertha 06 seit 5.2.24 aufgelöst. Das heißt, dass für Tebe in der Sömmeringstraße ein Platz frei geworden ist.

  • Angeblich entscheidet es sich kommende Woche, ob es weiter geht (mit einem Nachfolgeverein, der den Platz übernimmt?). Zum Auswärtsspiel nach Wismar konnte ich nicht mit, nachdem ich die Woche umlag. Heute aber immerhin in lokaler Härtetest.


    Kreisliga B im Wuhletal - RW Hellersdorf vs Eintracht Südring II


    Die relativ kleine Wuhle dürfte mittlerweile überregional bekannt geworden, fällt das Flüsschen in die Riege der Stadionnahen Fließgewässer und hilft dadurch ähnlich wie die Dreisam, die Emscher oder die Weser zumindest fußballaffinen Leuten eine grobe geographische Einordnung. Am Gästeeingang ist sie bei Tageslicht zwangsläufig sehen, bevor sie in der Spree mündet. Gen Norden, stromaufwärts, lässt es sich gut am Wuhlewanderweg flanieren und gelangt irgendwann auf Höhe des U-Bahnhofs Kaulsdorf-Nord auf einen Sportpark am Rande der Neubausiedlung Teterower Ring.


    Den Rasenplatz hatte ich vor längerer Zeit mal abgehakt, der Kunstrasenplatz ist von Interesse, da sich hier auch das Vereinsheim "Mutti's Bistro" befindet. Herrlich vollgestellt ist allerdings drinnen kaum Platz. Ein Drittel vor dem Tresen, ein Drittel dahinter und das letzte Drittel ist der Tresen. Bezüglich Nadeln ging's zum Büro und der kleine Verein ist gut ausgestattet und rundum sehr freundlich. Keine Selbstverständlichkeit. Nadel, Pin, Button und kleiner Wimpel für einen Zehner ist absolut okay.


    Hellersdorf ist eines der beiden Dörfer am östlichen Rand neben Marzahn, die zu DDR-Zeiten massiv mit Neubau bestückt wurden und für eine kuriose Mischung aus alten Dorfkernen mit Eigenheimen und großen Neubaublöcken sorgt. Der Gast kommt aus dem Herzen Kreuzbergs. Bei RW steht eine rumänisch-moldawische Auswahl auf dem Feld, die auf die türkisch-arabischen Gäste prallen. Partiell wortwörtlich. Südring kommuniziert mit permantenten "Schieriiiiiiiiiie!"-Rufen, was Trainer oder Torwart der Hellersdorfer so für Anweisungen rufen, klingt zwar melodischer und abwechslungsreicher, aber mangels Rumänischkenntnissen unbekannt.


    Kreisliga B - zehnte Ligastufe - birgt immer eine dicke Portion 'Zeigler'. Beweise:

    1:0 - die flinken Außen überlaufen rechts die Gästeabwehr, legt am Torwart vorbei. Der Verteidiger steht genau zentral und müsste nur klären, tritt aber auf den Ball, der fast liegend ein Sprung nach vorne macht und hinter die Torlinie kullert. Ein Phänomenales Kackeigentor.

    2:0 - hier gibt's mal nix zu meckern oder spotten. Mit Tempo rechts wieder zur Grundlinie, in der Mitte muss nur eingeschoben werden

    2:1 - die Gäste bisher nur mit einem Gewaltschuss knapp drüber, kurz vor der Pause ein Verzweiflungsschuss Richtung langes Eck, der Torwart hat den Ball, aber das Leder eiert noch über seine Handschuhe in die Maschen. Junge Junge. Der Bursche ist allerdings auch noch kleiner als Hannoi oder ich.


    2:2 - die Gastgeber flippern gern. In der Abwehr. Südring bedankt sich.

    3:2 - bei RW spielt ein Bursche mit Oberligaerfahrung, wollte wohl aber lieber entspannt mit Landsleuten kicken. Der lässt auf links alle stehen und spitzelt mit dem rechen Außenrist nach innen, wo sich der Adressat mit der erneuten Führung bedankt.

    3:3 - die Gastgeber lassen sich vom permanenten lamentieren aus dem Konzept bringen und fangen erneut den Ausgleich.


    Beste Chancen wurden hüben wie drüber noch vergeben, besondere Aufmerksamkeit aber noch eine weitere Zeigler'sche Chancenvergabe

    - Angriff der Gäste über rechts, Torwart kommt raus, taucht ab, sichert den Ball ... lässt ihn durch die Finger flutschen, der Gegner flankt dankbar den Ball mittig zum Mitspieler, der nur noch das verwaiste Tor treffen muss. Innerhalb des Fünfers. Komplett frei ... und schießt sich den Ball an die eigene Omme und das Leder eiert als unfreiwilliger Gesichtsball neben das Tor.


    Parallel sehe ich, dass Tasmania beim Kampf um die Goldene Ananas mit 0:2 verloren hat.

  • VfB Hermsdorf vs Fortuna Biesdorf 0:3


    Im Duell der Dörfer konnten die Gäste aus Biesdorf relativ sicher gewinnen und eroberten die Tabellenspitze in ihrer Landesligastaffel. Damit wären die Jungs aus dem Mittleren Osten Berlins nächste Saison wieder Verbandsligist. Davon Hermsdorf im hohen Norden weit entfernt, seit rund zehn Jahren ist der letzte Berlin-Liga-Abstieg her und eine Rückkehr derzeit weit weg.


    Lange haderte ich, ob ein spontaner Ausflug an einem Mittwoch Abend an`s andere Ende der Stadt wirklich klug ist. Eine Nadel haben sie immer noch nicht, dafür stand ein bekannter Hopper herum und ein weiterer gesellte sich zu uns, der zudem als KFC-Fan leidgerüft ist und an den Wochenenden wohl jedes Mal nach Hause zu den Rheinauen eilt. Die alte Kuhwiese musste einem Kunstrasenplatz weichen und auf dem Trainingsplatz nebenan wurde gespielt.


    0:1 - falsche Tür genommen und mich auf einem Schulhof wiedergefunden. direkt hinterm Tor, aber auch hinterm Zaun.

    0:2 - gibts Heissgetränke? Glühwein? Aber her damit!`Beim Gang zum Platz fiel das nächste Tor

    0:3 - die Gäste verfehlten so einiges, aber eine abgewehrte Ecke nach außerhalb des Strafraums volley einmal quer durch alle Hosenträger flach ins lange Eck? Respekt.


    Ich hätte auch dem Klopsgrinder Bescheid geben können, aber da war es auch schon zu spät. Die Anlage kann was. Besonders schön ist der Tegeler Fließ, der sich dort durchschlängelt, außerdem gibts alte Bausubstanz mit niedrigen Bauernkaten. Schon kurios da. Muss ich noch mal hin, wenn es warm und hell ist.


    Biesdorf kann gern wieder hoch. Verdrängt wurde zudem ein Lokalrivale, Mahlsdorf II. Dann lieber die Fortuna und Schwarz-Weiß Neukölln. Tabelle

  • Wochenende, angenehme Temperaturen & draußen unterwegs!


    Sonntag: Tasmania vs Lichtenberg 47 0:2


    Der Tabellenführer aus Lichtenberg hatte eine kurze Anreise von etwa 10 Kilometern, musste sich aber trotzdem schonen. Nach einem Flippertor verwalteten die Gäste die Führung, während Tas zwar bemüht blieb und an sich besser spielte als bei den jüngsten Siegen. Nur die Tore fehlten.

    Prägnantes Beispiel: Tasmanias Steinhauer kommt nach einer Ecke ziemlich frei zum Kopfball, bugsiert den Ball aber nur an die Latte. Quasi im Gegenzug marschiert "Meister Proper" Reiniger durch und behält vor dem Tor die Nerven zum 0:2. Auch danach machte tas weitestgehend das spiel, verzog aber vor dem gegnerischen Gehäuse.


    L47 spielte es souverän herunter und zeigte in Ansätzen, dass hier immer noch eine rEgionalligataugliche Truppe spielt. Flügelläufe, präzisere Flanken und gefährlichere Abschlüsse. Einziges Manko: deren Spieler liegen häufig auf dem Boden, obwohl es kein übermässig hartes oder gar unfaires Spiel war. Die einzige Verletzung musste tasmania erleiden, Verteidigerkante Glodi kam bei einer Flanke den einen Schritt zu spät, der Verteidiger hämmert den Ball aus der Drehung heraus aus dem Strafraum und trifft dabei unseren Spieler. Beiden lagen danach darnieder und der Tas-Spieler musste mit einem Krankentransport abgeholt werden. Gute Besserung!


    Samstag: Chemie Premnitz vs SV Blumenthal/Grabow 6:2


    Premnitz?

    War ich da mit Sprachfehler in Herzbluts Hood? Keineswegs: das winzige Städtchen Premnitz liegt im westlichen Havelland, unweit der Grenze zu Sachsen-Anhalt, südlich von Rathenow und nordwestlich der Stadt Brandenburg. Klein genug, um es im Februar mal abzuhaken, gut mit dem ÖPNV zu erreichen und trotzdem noch interessant genug, um es überhaupt in Angriff zu nehmen.

    Warum also Premnitz? Der klangvolle Name des Stadions lautet "Stadion der Chemiearbeiter" und gibt einen Wink auf eine bewegte Geschichte.Anfang des 20. Jahrhunderts entstand hier an den Ufern der Havel ein Chemiewerk, das später zum berüchtigten IG Farben - Konzern gehört und während des II. Weltkriegs auch zahlreiche Zwangsarbeiter beschäftigt. In der DDR verstaatlicht, ist der Premnitzer Chemiepark deutlich geschrumpft, es gibt aber noch chemische Industrie dort.


    Anfahrt & Besichtigung

    Die Anfahrt ist überraschend einfach. Hinfahrt über Rathenow, Rückfahrt über Brandenburg - es gibt tatsächlich mehr als eine Fahrt pro Stunde von und nach Berlin, also deutlich besser erreichbar als deutlich größere Städtchens im Umland. Der Blick auf die Karte verrät die äusserst günstige Lage des Bahnhofs, der allerdings in Wahrheit nur ein kleiner Bahnsteig ist, quasi eine Bushaltestelle neben Schienen. Nord-nordöstlich angrenzend liegt das Stadion (und dahinter das Werksgelände, Südwestlich das Stadtzentrum. Wobei: es gibt einen zentralen Platz mit einem großen Edeka. Außer mirt schleppt sich nur eine Frau auf ihrem Rollator über das gepflasterte Rechteck, ansonsten ist das ein Neubaugebiet und direkt daneben die aufgereihte Einfamilienhaus-Brigade, alles kerzengerade aufgereiht. Und dahinter die aktuell viel Wasser führende Havel. Recht malerisch, nur noch einzelne, unrenovierte Bauernkaten erinnern an eine alte Stadt. Ansonsten ist der Ort schnell abgehakt.


    Stadion & Souvenire

    Schnell zurück zum Stadion, direkt am Bahnsteig steht nur eine alte Brücke, die nur noch für Fußgänger verwendet wird und immerhin im Stadtwappen auftaucht. Ausnahmsweise pünktlich bin im am eingang und meinem Hauptfotomotiv: dem besagten Stadion der Chemiearbeiter. Großartig. Der Einlass verweist mich bei meienr Jagd auf Souvenire direkt an den richtigen Mann. Der führt mich in das fein ausgebaute Vereinsheim mit Kabinen. Es gibt sowohl als BSG-Nadeln als auch neue TSV-Pins zu spottpreise von 1,50. Wimpel? Haben wir auch. Die kosten ebenso 1,50 für die ganz einfachen, aber schönen Stoffwimpel.

    Dazu noch ein Getränk in einem ebenfalls wirklich gelungenen Vereinsbecher und erstmal einen schönen Platz suchen. Der fand sich direkt am Sprecherturm, ein herrliches Relikt aus Ostzeiten mit manueller Anzeigentafel. Allerdings hätte ich die Lautsprecherboxen ernst nehmen sollen.


    Spiel

    Landesklasse West - das entspricht in Berlin der Bezirksliga, achthöchste Liga. Das Niveau ist allerdings recht bescheiden. 16 Mannschaften pro Staffel, die beiden Abstiegsplätze sind belegt und hier trafen genau die beiden Truppen aufeinander, die direkt über dem Strich stehen.

    Das 1:0 in der allerersten Minute fiel direkt auf meinen Nadelkauf, danach spielten eiegntlich nur die Gäste. Die bolzten das Leder immer am Tor vorbei, der Keeper ringt den abschlag immer nur mit Müh' und Not Richtung Mittelkreis, wo die Mitspieler den Ball bestenfalls nicht gleich wieder verloren oder unnötig ins Seitenaus prallen ließen. Wie zum Teufel ist denen die Führung gelungen?

    Das "Wie" bewies dann ein Doppelschlag der Gastgeber nach über zwanzig Minuten. Einfach schnell nach vorne und Ball nicht vergessen reicht. Aktion Numero zwei und drei, die man als "Offensivaktion" bewerten könnte bringen auch Tor Nummer zwei und drei. Apropos "Tor", wer steht denn da im Gehäuse der Gäste? Mirko Slomka mit Plautze? Bei näherere Betrachtung eher Typ "Fleischermeister Krause" und ein Blick in die Aufstellung offenbart, dass er tatsächlich "Krause" heißt. Verrückt. Und eigentlich Keeper der Ü50-Herren. Zumindest der Pabba auf dem Platz, der seine Schützlinge mit markanter Bass-Stimme motiviert.

    Unmittelbar nach dem zweiten Tor trötete eine Art Nebelhorn in ohrenbetäubender Lautstärke direkt hinter mir, gefolgt von variierender Tormusik. Deswegen hatten sich die anderen Zuschauer allesamt in einiger Entfernung vom Sprecherturm platziert ..

    Hilft allerdings auch nicht, dass seine Vorderleute durchlässiger sind als Billigpapiertaschentücher und er auch beim vierten Treffer heldenhaft den durchbrochenen Chemiker entgegeneilt, umkurvt wird und der Ball auch beim vierten Torschuss passieren lassen muss. Glück für die Gäste, dass statt einem fälligen Elfmeter danach irgendwie ein Offensivfoul gepfiffen wurde.


    II. Halbzeit - es hrubescht es, dann müllerts.

    "Manni Bananenflanke, ich: Kopf - Tor". So impel wie legendär und die Gäste erinnerten sich wohl beim Pausentee dieser Worte. Innerhalb von zwei Minuten verkürzten sie auf 2:4, jeweils hoch rein und Kopfball in's lange Eck. Die Chemiker zeigten durchaus eine Reaktion (Wortspielalarm!) und verloren an Bindung zum Spiel, aber B/G konnte daran nicht anknüpfen. Statt dessen schlugen die Chemiker zurück.

    Der Ball mäandert durch den Strafraum, der Torwart-Pabba will das Spielgerät sichern, doch ein langes Bein befördert den Ball am Schlussmann vorbei ins Eck. Da sah die Defensive schlechter aus als Slomka mit dem "Scheiss Schalke"-Schal damals. Als am Ende noch eine Flanke durch den Fünfer eiert und sich der Chemiker am langen Pfosten ebdanken durfe, war der Tag für Blumenthal ohnehin gelaufen, die mit Premnitz die Plätze tauschen.

    Kleiner Trost: die beiden Kellerkinder verloren ebenfalls ihre Spiele. Tabelle


    Heimfahrt

    Da die Gleise nah sind, hab ich vor der Heimreise noch einen Blick in den Industriepark geworfen. Rostige Röhren mit Efeu garniert, alte Industriebahngleise und Rauch aus dem Boden? Brennt es? Nach näherer Inspektion ist eine alte Betonklappe im Dickicht erkennbar, aus deren Öffnung Dampf entweicht. Davon gibt's mehrere, also ein unterirrdisches System. Mit der Regionalbahn geht es dann über Brandenburg entlang der Havel gen Osten zurück nach Hause, ein putziges stadion und schöne Mitbringsel im Gepäck.

  • L47 spielte es souverän herunter

    Das ist, leider, der 47er Stil seit 2019. Nur so konnte die Mannschaft einigermaßen in der RL bestehen. Nach einem Tor Ergebnisverwaltung. Für meine Prise Hurra-Fußball gehe ich zu Sparta.

  • Definitiv zu gut für die Oberliga, aber in der Regionalliga Überlebenskampf.


    Spannend wird die Aufstiegsfrage aus den Verbandsligen. So sieht die Lage aktuell aus:


    Berlin - der BFC Preussen hat aktuell mal wieder Geld in der Portokasse und hat neben der wohl fast sicheren Berliner Meisterschaft auch ein Stadionneubau im Blick: Ausbau plus zwei Sporthallen und ein Sporthotel (!). Wer hat, der hat. Da können die Hungerleider zwischen Sportforum und Spandau nicht mithalten!


    Meck-Pomm - auf jeden Fall der Oberliga-Nord zugeordnet steht Torgelow derzeit vorne, allerdings zu einer Spielgemeinschaft mit Ueckermünde mutiert. Bei deren kurzzeitigen Gastspiel in der Oberliga konnte ich seinerzeit nicht mit, die nehme ich gerne. Ansonsten Neubrandenburg oder Malchow. Mein Favorit bezüglich Auswärtsfahrt wäre ja Stralsund, aber die sind Schlusslicht und Doberan oder Warnemünde auf den Plätzen darüber wären ebenso schöne Touren.


    Sachsen-Anhalt - die Meister gehen fast immer in den Süden. Gefühlt liegt das Bundesland parallel zu Brandenburg, tatsächlich liegen nahezu 90% der Vereine deutlicher südlicher als Berlin-Potsdam-Brandenburg. Einzig Stendal ist nördlich genug, allerdings liegt deren Stadion am hintersten Popo der Stadt und führ Anreisende mit den Öffis richtig ätzend. Der klare Tabellenführer Zorbau liegt noch südlicher als Leipzig. Kein neues Sachsen-anhalt in der Liga nächste Saison.

    Diese Saison wäre aber Elendstourismus möglich: Preussen Magdeburg hat bisher stolze 19 Niederlagen in 19 Saisonspielen gesammelt. Auf der Ebene doch recht selten. Blöd nur, dass dort alle immer parallel spielen.


    Brandenburg - an sich immer schöne Auswärtsfahrten oder Hopperentdeckungen im Umland, aber letzte Saison haben alle Brandenburgligisten auf den Aufstieg verzichtet. Dullis! Allerdings ist kaum als "Auswärtsfahrt nach Brandenburg" zu zählen, wenn der Platz des Tabellenführers Ahrensfelde nicht mal einen Kilometer hinter der Stadtgrenze Berlins liegt und selbst der S-Bahnhof Ahrensfelde noch auf Berliner Boden liegt ..

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