Katzenjammer - Gedanken, die niemand haben will

  • Minderbemittelte muss man nicht vorführen. Will ich wissen, was der schönes zu Protokoll gegeben hat?

    „Herr Schäfer kann sich gerne bei mir für den Geschäftsführer-Posten der KGaA bewerben“


    - Sebastian Kramer

  • Minderbemittelte muss man nicht vorführen. Will ich wissen, was der schönes zu Protokoll gegeben hat?

    ja. Willst du. Guck mal in den Nager-Thread. Der Post von Bomber.


    „Die sportlich Verantwortlichen in der Bundesliga haben häufig nicht genügend Managerqualität“ - Martin Kind

  • Alter...!

    „Herr Schäfer kann sich gerne bei mir für den Geschäftsführer-Posten der KGaA bewerben“


    - Sebastian Kramer

  • Ach Gott, jetzt hab ich ganz vergessen, Mario Basler lobend zu erwähnen. :(


    Es gab so viele Kommentare rund um diese Sache, wo man einfach nur geistiges Versagen attestieren kann. Selbst ein Christian Streich war sich nicht zu schade eine Verbindung zwischen Fadenkreuz und der Afd herzustellen. Ein Kommentar der alleinstehend große Anerkennung meinerseits erfahren hätte, in dem Kontext aber daneben war.

    Zitat

    „The fundamental cause of the trouble is that in the modern world the stupid are cocksure while the intelligent are full of doubt." (Bertrand Russell)

  • Rummenigge ist auch so ein Held. Hat kein Problem, katarisches Geld anzunehmen, aber beim heiligen Didi marschiert er vorne mit. Aber was sind Sklaven auf den Baustellen schon wert? Den kannste ja kein Geld aus der Tasche ziehen.

    Oh, mein Gott...

  • Es gab so viele Kommentare rund um diese Sache, wo man einfach nur geistiges Versagen attestieren kann. Selbst ein Christian Streich war sich nicht zu schade eine Verbindung zwischen Fadenkreuz und der Afd herzustellen. Ein Kommentar der alleinstehend große Anerkennung meinerseits erfahren hätte, in dem Kontext aber daneben war.

    Streich fand ich "merkwürdig", immerhin konnte er doch in der Vergangenheit relativ gut differenzieren :schulterzucken:

    I can't breathe.

  • Großartiger Beitrag @Kampfkater. Schade, dass der hier im Thread ein wenig unter geht und nicht die Aufmerksamkeit im Forum bekommt, die er verdient.

  • Großartiger Beitrag @Kampfkater. Schade, dass der hier im Thread ein wenig unter geht und nicht die Aufmerksamkeit im Forum bekommt, die er verdient.

    Danke. :hutab:


    Pinn's halt an. :D Auf Facebook kriegt das überraschenderweise gerade ganz schön viel Aufmerksamkeit. Das schockiert mich gerade selber etwas. ;D


    „Die sportlich Verantwortlichen in der Bundesliga haben häufig nicht genügend Managerqualität“ - Martin Kind

  • Wer den Weg in dieses wundervolle Board nicht findet hat es nicht verdient gute Beiträge zu lesen!

    „Herr Schäfer kann sich gerne bei mir für den Geschäftsführer-Posten der KGaA bewerben“


    - Sebastian Kramer

  • Heute fasse ich mich mal kurz. Is ja auch warm draußen. Auf Facebook habe ich vorhin eine interessante Diskussion aufgeschnappt, es ging um den Verlauf Verfall des Marktwertes des 96-Kaders. Da habe ich mir gedacht, ich kann das mal genauer auswerten und mit anderen Vereinen "auf Augenhöhe" vergleichen. Als Opfer rausgesucht habe ich mir Stuttgart, Augsburg, Mainz, Nürnberg, Düsseldorf, Köln und natürlich Hamburg. Die Marktwerte von tm.de sind zwar nur Fantasieprodukte, aber untereinander zumindest halbwegs vergleichbar. Genommen habe ich die Daten jeweils zum 01.08., also zum Beginn der Saison.


    MW in Mio. € VfB Stuttgart Hamburger SV FC Augsburg 1. FSV Mainz 05 1. FC Nürnberg Fortuna Düsseldorf 1. FC Köln Hannover 96
    14/15 91,95 76,40 40,80 49,40 29,78 18,53 44,65 61,60
    15/16 75,05 54,50 52,35 58,93 22,70 17,05 53,80 60,05
    16/17 34,60 76,20 60,00 77,75 16,68 11,05 73,85 32,80
    17/18 55,90 70,95 63,13 72,65 18,35 14,53 106,15 40,60
    18/19 156,75 53,20 97,85 78,98 28,90 34,25 75,18 80,70
    19/20 76,13 52,00 130,05 164,60 42,65 74,60 97,10 59,10
    20/21 74,90 32,15 127,88 117,95 21,53 39,93 92,35 26,85 (17,85)
    %-Veränderung seit 1.8.14 -18,54% -57,92% 213,43% 138,77% -27,70% 115,49% 106,93% -56,41% (-71,02%)


    Wie man sieht, Vereine, die eigentlich auf Augenhöhe mit 96 sein müssten, bzw. aufgrund der Größe des Wirtschaftsstandortes sogar dahinter (Mainz, Augsburg), sind 96 mittlerweile meilenweit enteilt. Besonders krass ist das bei Augsburg und Mainz (die waren ja hierbei den Ablösen schon mal Thema), die in den letzten Jahren nicht nur ein glückliches Händchen bei ihren Spielern hatten, sondern vor allem auch seriös gewirtschaftet haben. Bei 96 hingegen ist mittlerweile alles Tafelsilber verscherbelt und wurde durch satte Spieler Ü30 ersetzt, für die - ich wiederhole mich - man im Zweifelsfall keinen müden Pfennig kriegt, wenn man sie denn mal wieder loswerden will. Bei 96 habe ich mir mal erlaubt, in Klammern die Werte bei einem möglichen wahrscheinlichen Verkauf von Maina dazuzurechnen. Man hätte den Marktwert des Kaders binnen eines Jahres gedrittelt. Das dürfte selbst bei einem Absteiger so extrem selten passiert sein. Die Vehemenz, mit der die Führungsriege den Laden hier an die Wand fährt, nötigt mir schon etwas Respekt ab.


    „Die sportlich Verantwortlichen in der Bundesliga haben häufig nicht genügend Managerqualität“ - Martin Kind

  • Right to Dream? - Der Fall Silas


    Der VfB Stuttgart hat eine Stellungnahme veröffentlicht, wonach Silas Wamangituka gar nicht Silas Wamangituka heißt, sondern Silas Katompa Mvumpa. "Is mir mvumpa", könnte man jetzt meinen, isses aber nicht. Laut dieser Stellungnahme wurde Silas von seinem Ex-Berater "gezwungen", seine Identität zu ändern und dieser machte ihn damit erpressbar.


    Dabei dürften solche Werdegänge für junge afrikanische Fußballer eher Regel, als die Ausnahme sein. In Ländern wie Ghana gibt es zuhauf irgendwelche dubiosen "Akademien", die den Jungs und ihren Eltern den Himmel auf Erden versprechen und mit Plakaten von Stars wie Michael Essien, Didier Drogba, oder Pierre-Emerick Aubameyang werben. Sie haben es schließlich geschafft, also können es auch die Jungs schaffen. Jeder von ihnen. Hinterfragen wird dieses Versprechen niemand. Irgendwann, wenn die Jungs 'bereit' sind, werden sie aufgefordert, sich nach Europa zu begeben, weil dort Probetrainings bei Vereinen auf sie warten würden. Selbstredend werden sie nicht mit Air France zu diesen Trainings fliegen, sondern sich als Bootsflüchtling auf den gefährlichen Weg machen und falls sie es lebend nach Europa schaffen und falls sie aus dem Internierungslager herauskommen, wartet bereits ein Berater aus dem Netzwerk auf sie. Im Mai 2007 machte sich ein Kutter auf den Weg von der Westküste Afrikas zu den Kanarischen Inseln und havarierte auf dem Weg. Einige der Geretteten waren felsenfest davon überzeugt, dass sie von Olympique Marseille oder Real Madrid zu einem Probetraining eingeladen wurden.


    Viele Einrichtungen kassieren eine "Betreuungsgebühr" von den Eltern, die oftmals mit weniger als einem US-$ pro Tag klarkommen müssen und im Gegenzug nehmen sie die Jungs unter ihre Fittiche. Andere 'kaufen' die Jungs regelrecht von ihren Familien, hoffend, den nächsten Multimillionen-Dollar-Spieler entdeckt zu haben, obwohl man eigentlich nur mit ner Schrotflinte in eine Baumkrone schießt. Schulbildung ist ab dem Zeitpunkt völlig unwichtig, es wird nur noch gespielt, oftmals freilich ohne qualifiziertes Training und auf Plätzen, auf denen sich hierzulande nicht mal Straßenfußballer verdingen würden.

    Offiziell dürften die meisten der Spieler ablösefrei sein, denn die Akademien sind ja keine richtigen Vereine. Viele Jungs werden von ihren Trainern und den Akademien dazu angehalten, einen 'Ausbildungsvertrag' zu unterschreiben. Diese Verträge beinhalten gerne den Passus, dass dem "Förderer" ein guter Teil des ersten Profigehalts des Spielers zusteht. Ein System, das einem auch in Europa begegnen kann. Zdravko Mamic, der "Pate des kroatischen Fußballs" soll Jugendspieler von Dinamo Zagreb mit Verträgen ausgestattet haben, die ihm einen lebenslangen Anteil an deren Spielergehältern sichern. Wenn nicht... tja... wenn sie "Glück" haben, landen sie irgendwie in Europa und verkaufen auf Malle Ramsch an Touristen, wenn sie Pech haben, landen sie eben in Afrika auf der Straße.


    Ist einer der Jungs erstmal in Europa, kommen die Berater ins Spiel. Selbstverständlich kann ein dubioser Berater einem minderjährigen Fußballer weis machen, dass er nur wegen ihm in Europa sei und der Berater nur ein Mal mit dem Finger schnippen müsste und er wäre wieder in Afrika und das will schließlich niemand. Einerseits wegen den Verhältnissen vor Ort und andererseits, weil viele Familien ihre ganze Hoffnung (und oft ihre ganzen Ersparnisse) in den Jungen gesteckt haben, damit er irgendwann mal Geld schickt. Eine Rückkehr wäre eine Schande. Freilich sind die europäischen Spitzenteams Teil des Problems, seitdem sie auf der Suche nach dem nächsten Weltstar den ganzen Kontinent systematisch mit Scouts durchkämmen und vielfach nicht davor zurück schrecken, Geschäfte mit dubiosen Agenturen und Beratern zu machen, bevor das nächste Juwel beim verhassten Rivalen unterschreibt. Für die Vereine sind diese illegalen Akademien ein Segen. Sie nehmen eine Vorauswahl vor, was den Vereinen Zeit und Geld spart und einigermaßen sicher ist. Kein Verein bei Verstand wird seine Scouts nach Kibera, oder in ein südafrikanisches Township schicken. Andere Vereine, wie z.B. Ajax, oder der FC Barcelona unterhalten längst eigene Akademien in Afrika. Auch das Red Bull Netzwerk ist mit einem eigenen Vertreter in Accra präsent und unterhält die West African Football Academy, die in der nationalen Liga antritt. Aber auch andere Konzerne mischen im Konzert fleißig mit. Z.B. unterhält die Glico Group, der größte Versicherer Ghanas die Greengen Football Academy. Oder das Abuja Football College, gegründet von Gabriele Volpi, einem italienischen Tausendsassa, dem auch das Serie A-Team Spezia Calcio gehört und der mal Eigentümer des HNK Rijeka war. Man sagt, wenn nur alle fünf Jahre ein Top-Spieler aus einer dieser Akademien lohnt, hat sich das Investment schon gelohnt.


    Professioneller als diese Hinterhofakademien geht die Right to Dream-Academy (RTD) zu Werke. Offiziell eine NGO und von einem ehemaligen United-Scout gegründet, wechselte sie allerdings Anfang des Jahres für 120 Mio. US-$ den Besitzer und gehört jetzt zur ägyptischen Mansour Group, ein Unternehmen mit 6 Mrd. US-$ Jahresumsatz. der größtenteils mit Autohandel und diversen landesweiten Distributionsverträgen für internationale Marken, wie McDonalds und Red Bull verdient wird. Die Akademie bemüht sich um ein positives Bild. Schaut man sich auf der Webseite um, sieht man fröhliche Kinder, die auf saftig grünen Wiesen und in einheitlichen Trikots einem Ball hinterherjagen, begeistert die Schulbank drücken und rundum gefördert werden. Allerdings halten sich auch hartnäckig Berichte von ehemaligen Absolventen, die von Prügelstrafen und Essensentzug zu berichten wissen.


    RTD versucht natürlich auch, seine Spieler in Europa unterzubringen. Dafür nutzt die Organisation einerseits verschiedene Jugendturniere quer über den Kontinent und als eigenes Sprungbrett einen Verein. 2015 übernahm man die Mehrheit am dänischen Erstligisten FC Nordsjælland und verkaufte den Deal großmütig als Partnerschaft. Die Wahrheit dürfte eher lauten, dass sich jemand am FC Nordsjælland und somit an den Absolventen der RTD-Academy die Taschen füllen will. Seit Übernahme durch RTD hat der FC Nordsjælland über 60 Mio. € Transfererlöse erzielt. Für Dänemark sind das astronomische Summen. Reinvestiert wird nur wenig, die Zugänge rekrutieren sich größtenteils aus der eigenen U19, oder direkt von RTD. Nur vereinzelt werden gestandene Spieler von außerhalb zugekauft - und zeigen sich sogleich begeistert von den professionellen Bedingungen vor Ort, wie z.B. Johan Djourou im Zuge seiner Verpflichtung im Oktober 2020. Man muss also nicht viel Phantasie haben, um sich auszumalen, wohin die generierte Ablöse verschwindet. Ein Teil davon landete auch in Abu Dhabi. Wie die 'Football Leaks' 2018 aufdeckten, hatte Manchester City eine Vereinbarung mit dem FCN getroffen, dass City 1,3 Mio. € jährlich an die Akademie zahlt, im Gegenzug aber jedem Verkauf eines Akademie-Spielers vom FCN zustimmen muss und zusätzlich noch 25% der Ablöse kassiert. Solche 'Third Party Ownerships' sind allerdings seit 2015 verboten, weshalb dieser Deal die FIFA auf den Plan rief. Aber wir wissen ja alle, wie solche Klubs wie City im Zweifel von der Fifa 'sanktioniert' werden.

    Hopp hopp in die brasilianische Provinz

    Ein Blick in die Transfer-Aktivitäten Hoffenheims in den vergangenen Jahren offenbart auffällig viele Brasilianer. Auch solche, die nur ein halbes Jahr bei der TSG blieben und dann munter durch die Weltgeschichte verliehen werden. Die Bandbreite reicht dabei von eher mäßig talentierten Spielern wie Guilherme Biteco (kaum 60 Spiele in 9 Jahren als Profi) oder Joao Klauss, über Wandervögel wie Wellington und Maicosuel, bis hin zu den "Stars" Carlos Eduardo, Joelinton und Roberto Firmino. Alle eint, dass sie bei Rogon unter Vertrag sind, bzw. waren, als sie von der TSG verpflichtet wurden. Side-Story: Chinedu Obasi war ebenfalls bei Rogon unter Vertrag, als er 2012 zu Schalke wechselte. Damals Sportdirektor bei Schalke: Horst Heldt, der auffällig gerne bei Rogon-Spielern zugreift. Firmino und Joelinton wurden für insgesamt 90 Mio. € auf die Insel verkauft, ein lohnendes Geschäft für alle - außer für die TSG?


    Vor zwei Monaten wirbelte eine Recherche des 'Kicker' Staub auf. Der Verdacht, ähnlich wie beim Bündnis zwischen Nordsjælland und der City Group: Third Party Ownerships. Eigentlich verboten, wissen wir, seitdem die FIFA bei Nordsjælland mal etwas genauer hingeschaut hat. Nun kommt der Barra FC ins Spiel, ein eigentlich unbedeutender Provinzverein. Dieser Barra FC ist zwar bei keinem der Bundesliga-Brasilianer der TSG irgendwie in die Transfer-Historie involviert, jedoch führen alle Fäden zurück zu Rogon, Duz-Kumpel des Dietmar Hopp. Recherchen des 'Kicker' haben ergeben, dass sich der Barra FC und eine Rogon-Regionalvertretung in Brasilien ein Büro teilen. Hopp gründete bereits 2012 die 'Transfair'-Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, Transferrechte zu halten. Diese verkaufte er kurze Zeit später zwar, allerdings an eine Gesellschaft von Maroto Mariano Lopez, einem langjährigen SAP-Managers und Vertrauten Hopps. Transfair hielt 15% an den Transferrechten für Roberto Firmino und kurz vor Verbot der TPO durch die FIFA Ende 2014 kaufte Transfair der TSG Hoffenheim die restlichen 85% an Firmino ab. Im Jahresabschluss der TSG Hoffenheim 2016 wird dann auch brav eine Verbindlichkeit gegenüber der Transfair in Höhe von über 18 Mio. € ausgewiesen, nachdem Firmino für 45 Mio. nach Liverpool ging. Der bisher unbestätigte Verdacht hinter diesem Modell: Die Rolle von Transfair übernimmt jetzt einfach der Barra FC, indem er die Transferrechte von Spielern übernimmt, diese aber keine Minute für diesen Verein auflaufen werden.

    Vermisst hier jemand Katar?


    Ähnlich wie das Geschäftsmodell der Right to Dream Academy ist auch jenes der katarischen Aspire Academy. Die fällt im globalen Fußballzirkus bisher nur 1x jährlich mit großen News auf, wenn im Winter der FC Bayern, oder PSG zum Trainingslager anrücken. Abgesehen davon hat Aspire einen riesigen Sport-Stützpunkt in Doha errichtet, der sämtlichen katarischen Sportlern als Ausbildungs- und Trainingsstätte auf Weltniveau dienen soll. Aber auch Aspire hat seine Fühler auf den afrikanischen Kontinent ausgestreckt. Wie auch RTD, betreibt Aspire dort einen Stützpunkt mit einem hochtrabenden Namen; die Aspire Football Dreams im Senegal. Das Geschäftsmodell ist das gleiche, wie bei RTD. Es gibt in Europa gleich zwei Speerspitzen, von der zumindest die KAS Eupen erstaunliche Parallelen mit dem FC Nordsjælland aufweist: Ein Erstligist in einer kleineren europäischen Liga, aus einem Kaff, wo der örtliche Bürgermeister froh ist, einen Erstligisten zu haben, weshalb allzu kritische Nachfragen meistens ausbleiben. Zweites Standbein ist der spanische Drittligist Cultural Leonesa, eine Art Resterampe für alle, die es in Eupen nicht schaffen.


    Auch diese Vereinbarung ist höchst ertragreich, auch wenn RTD in dem Wettbewerb die Nase vorn hätte. Aus Eupen wurden immerhin der nigerianische Nationalstürmer Henry Onyekuru für 8 Mio. € nach Everton und der senegalesische Nationalverteidiger Moussa Wagué für 5 Mio. nach Barcelona transferiert. Inoffiziell sollten auch katarische Spieler den Sprung nach Eupen schaffen, um auf die WM 2022 im eigenen Land vorbereitet zu werden. Zumindest der Teil des Plans dürfte jedoch als gescheitert gelten. Zwar standen immerhin 8 Spieler des aktuellen Nationalkaders Katars zwischendurch mal in Eupen unter Vertrag, allerdings konnten nur Akram Afif und Abdelkarim Hassan 42, bzw. 11 Pflichtspiele für den deutschbelgischen Klub absolvieren. Allerdings stand ein ganzer Haufen des Nationalkaders für den spanischen Klub Lenoesa auf dem Platz. Offiziell sagt man, man möchte den Absolventen der eigenen Akademie eine Bühne in einer europäischen Top-Liga bieten. Belgien eignet sich hervorragend dafür, die Liga ist nicht direkt zu groß, man bekommt relativ einfach eine Arbeitserlaubnis und in Eupen, am Arsch der Welt, können die Jungs sich ganz auf den Sport konzentrieren. Der eigentliche Plan dürfte aber eher sein, eine Art Sports-Greenwashing für Katar zu betreiben. Ein PR-Leuchtturm eines zwielichtigen Wüstenstaats im wenig glamourösen deutsch-belgischen Niemandsland - der globale Fußballzirkus treibt teils seltsame Blüten.




    Quellen:


    https://www.kicker.de/jung-jue…chen-klubs-800847/artikel

    https://11freunde.de/artikel/der-fall-um-mamic/3497048

    https://www.theguardian.com/fo…8/jan/06/newsstory.sport4

    https://www.dfl.de/de/hintergr…ennzahlen-der-proficlubs/

    https://www.spox.com/de/sport/…negal-aspire-academy.html

    https://www.kicker.de/hopp-rog…-brasilien-803278/artikel

    https://1899-forum.de/index.ph…&postID=242384#post242384

    https://www.northdata.de/HOBRA…richt+Mannheim+HRA+704499


    „Die sportlich Verantwortlichen in der Bundesliga haben häufig nicht genügend Managerqualität“ - Martin Kind

  • :amen:

    Ganz stark. Morgen dazu mal ein paar Zeilen meinerseits...

    „Herr Schäfer kann sich gerne bei mir für den Geschäftsführer-Posten der KGaA bewerben“


    - Sebastian Kramer

  • Nachdem ich die Stellungnahme vom VfB Stuttgart gelesen habe, war mein erster Gedanke "großartige Stellungnahme!". Der zweite Gedanke war, dass das kein Einzelfall sein wird. Dass es vermutlich sogar recht viele Fälle geben wird. Außerdem kannte ich halt durch den einen Artikelganz grob das System aus Nordsjælland und auch da war klar, dass dieser Trottelverein keine unrühmliche Ausnahme sein wird. Wenn die schon dazu fähig sind sich an so einem Netzwerk zu beteiligen, was lassen sich dann andere, größere Konstrukte erst einfallen?

    Vorbei die Zeiten, in denen ein Norbert Pflippen den Markt regiert hat und mit seiner ausgeprägten Faulheit glänzen konnte. Ich erinnere mich noch ein wenig daran, wie vor etwa 20 Jahren die Berateragenturen wie Pilze aus dem Boden schossen. Seitdem ist dieses ganze System komplett krank geworden. Es ist einfach zu viel Geld im Spiel. Die Möglichkeiten, rund um den Sport Geld zu verdienen sind zu vielfältig geworden. Fußballer werden nicht mehr als Sportler gesehen, sondern wie Aktien behandelt. "Wenn man mit ihm Geld verdienen will muss man ihn noch in diesem Sommer verkaufen" ist eine der häufigsten Sätze in der Berichterstattung rund um den eskalierten Transfermarkt. Vereine, die Verträge erfüllen und einen Spieler bis zum letzten Tag halten werden letztendlich noch dafür bestraft verlässliche Partner zu sein. Das kann/darf eigentlich nicht richtig sein.

    Da erinnere ich mich an ein paar Fälle zum Beispiel aus Dortmund, wo dann mal Härte vom Verein gefordert wurde...

    Und wer für den komplett außer Kontrolle geratenen Transfermarkt nicht das nötige Kleingeld hat, oder ein paar reiche Freunde (die notfalls auch mit dem Töten von Menschen Geld verdienen - schöne Grüße nach München!), der muss sich eben neue Strategien überlegen. Was liegt da näher, als verzweifelte Menschen im Elend auszunutzen und zu hoffen, den nächsten Star an Land zu ziehen (um ihn dann an den Höchstbietenden verhökern zu können)?

    „Herr Schäfer kann sich gerne bei mir für den Geschäftsführer-Posten der KGaA bewerben“


    - Sebastian Kramer

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