Uli Hoeneß

  • Äußerungen von Hoeneß sind wie ein Unfall, ich kann nicht anders, als weiter über das Gesagte nachzudenken und mich zu ärgern.


    Stichwort Doppelmoral:


    Zitat

    "Ich finde es völlig verrückt, was da abgeht. Wenn wir nicht aufpassen, werden die Leute irgendwann fragen: 'Sind die eigentlich noch bei Verstand?' Ich arbeite für 2000 bis 3000 Euro netto im Monat, und gleichzeitig werden für mittelklassige Spieler 30, 40, 50 Millionen ausgegeben.."

    Siehe auch den Klassiker: "Ist der eigentlich noch bei Verstand? Ich arbeite für ein paar Tausend Euro Netto und der verurteilte Multi-Millionen-Steuerhinterzieher will mir erzählen, in wessen Richtung ich in der perversen Welt der Finanzen der Fußballindustrie den moralischen Zeigefinger mitwedeln soll."


    Zitat

    "Wir Deutschen müssen wieder eine Führungsrolle übernehmen. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen, Stärke zeigen und uns nicht vom Geld der Araber, amerikanischer Hedgefonds oder Oligarchen abhängig machen", forderte Hoeneß und nahm dabei auch die Vereine in die Pflicht. Es sei wichtig, weiter "junge Leute aufzubauen und so zu helfen, dass wir dieses Geld nie annehmen müssen."

    Weil das der FC Bayern ja soll toll macht mit den jungen Leuten. Und es deshalb zum Glück auch nicht für nötig hält, "das Geld der Araber" anzunehmen. Siehe Qatar Airways, Emirates, Sadio Mané, Kingsley Coman, Fifa Club WM.

    Und dadurch in Person von Uli Hoeneß den moralischen Zeigefinger überstrapazieren darf.

  • Aber man könnte jeden Tag damit anfangen "den Fußball" ein Stück besser zu machen.

    Geht's dir gut? Hast du einen übrig geblieben Buddha in deiner Garage gefunden? |-)

    "Aha, soso, eine überraschende Wendung!"

  • beastieboy


    Das würde ich natürlich nicht wollen, dass Du die Lust am Fußball verlieren würdest.


    Dann sollen findige Funktionäre halt etwas entwickeln, mit dem Alle irgendwie leben können. So, wie es jetzt ist, macht mir die Liga nämlich kaum noch Spaß. Dieses Totgesiege nervt auch irgendwann. Darum hatte ich ja vorletzte Saison förmlich mitgezittert für Leverkusen, dass die auch durchhalten. Diese Abwechslung am Ende fand ich wohltuend im ansonsten langweiligen Einerlei.

    Bayern ist überlegen, aber die Saison vor Leverkusen hat Dortmund es total sinnfrei am letzten Spieltag verdaddelt.


    Aber was die Superleague betrifft: Willst Du echt immerzu gegen die gleichen Gegner spielen? Immer gegen PSC, Real oder City? Ist ein Spiel gegen Köln, Gladbach oder im Pokal gegen unterklassige Gegner nicht reizvoll? Ich kann das nicht nachvollziehen und Superleague bedeutet ja nicht, dass Bayern die Bundesliga verlässt. Das wird es so schnell ganz bestimmt nicht geben, auch weil die Fans/Mitglieder das zu 99 Prozent nicht wollen.

    SCV und der FC

  • Glaube das Problem ist, dass es/ so lange es Kinds und Ismaiks und ähnliche Knalltüten gibt. Die tatsächlich glauben von immer noch mehr Geld würden - warum auch immer - genau sie über die Maße profitieren und ausgerechnet ihr kleiner Scheissverein würde nach oben gespült werden. Und die dann wie der Esel der Karotte hinterher rennen.


    Denn "die oben" haben - einfach weil es wenige sind - hier keine wirkliche Macht. (Sie haben aber natürlich auch kein Interesse daran ihre Stellung (wo immer noch einer unter einem ist) aufzugeben.)


    Wären sich die unteren 85(?)% in ihrem Handeln einig und würden - zum Beispiel - konsequent alle Aufstiegsrelegationsspiele (#meistermüssenaufsteigen) komplett boykottieren, dann käme da ganz schnell Bewegung in die Sache.


    Aber, siehe oben. Da gibt's dann mindestens einen Provinzfürsten der aus der Reihe tanzt weil er für sich da die goldene Zukunft sieht.


    Das lässt sich so im Vergleich Amateur-/ Profisport, Zweite/ Dritte zur Ersten Liga aber auch international darstellen und beobachten. Nur die Summe sind andere.


    Und schon alleine deswegen muss 50+1 bleiben, um dem Fußball wenigstens in Deutschland noch einen minimalen Resthauch an Sportlichkeit und Verlässlichkeit zu verleihen. Danach ist es dann irgendwann nur noch die Frage wer mehr und besser bescheissen kann. Frei nach Lukas Podolski: Dann ist Fußball wie Tour de France. Nur ohne Badehose...

    "Aha, soso, eine überraschende Wendung!"

  • Fußball ist natürlich weiterhin dominant in den Medien, aber der legale Zugang zu Spitzenfußball wird immer teurer, die Sendezeiten immer weniger familientauglich und last but not least gibt es heutzutage mehr Möglichkeiten sich zu beschäftigen als zu der Zeit als wir zum Fußball gekommen sind.

    !


    Ich hab es an anderer Stelle bereits erwähnt. Wären damals, als ich zum Fußball gekommen bin, die heutigen Verhältnisse, dann hätte ich das Interesse am Fußball schnell wieder verloren.

    Wir hätten uns das niemals leisten können und es gibt mittlerweile genug Möglichkeiten seine Zeit totzuschlagen.


    Bazi, du bist doch aber ein Paradebeispiel. Und das meine ich nicht böse.


    Du willst maximal unterhalten werden und nimmst letztlich alles dafür in Kauf.

    Er kommuniziert es nur am offensten. Es haben selbst hier genug Leute die Klub-WM geschaut, verfolgen die Monetenliga, haben Pay-TV-Abos um alles sehen zu können. Es gibt auch genug Leute hier, die mit Blutgeld kein Problem haben.

    Will ich gar nicht alles verurteilen, aber ihn jetzt als großen Eventie darzustellen ist Bild-Niveau.




    ;)

    Det' Vestegnen mod København. Det' kampen, hvor vi lægger dem i graven.

    Blod på trøjen det er ikke nok...!

  • Es wären ja nicht nur Real, PSG oder City. Dabei wären auch noch Barcelona, Chelsea, Arsenal, Inter, AC, Juventus, Atletico. Als FIFA würde ich auch Ajax das Angebot unterbreiten, da mitzumachen, ebenso den schottischen Vereinen Celtic und Rangers.


    Man müsste mMn. da schon mindestens 24 willige Vereine auftun, um eine sehr große Liga zu haben. Wie gesagt, angelehnt an amerikanische Gepflogenheiten mit großer Liga, geschlossenem System und Gehaltsbudgetierung, damit sich da kein Verein außerordentlich hervorheben kann und Fluktuation gewährleistet wäre bei den Superliga-Meistern.


    Ich fände eine so riesige Liga nie langweilig. Die Amerikaner mit ihren ausgeklügelten Draft-Systemen schaffen es ja auch größtenteils, Langeweile zu verhindern. Die Meister wechseln oft, eine sogenannte Dynastie zu schaffen, ist sehr schwer. Dann gäbe es keine 11-maligen Meisterschaften am Stück, vielleicht könnte man es 2-3x hintereinander schaffen. Und das wäre sicher selten. Auch Playoffs würde ich einführen. 1 schwacher Tag zur Unzeit und es wäre vorbei mit der Saison.


    Man kann Spannung und Spektakel erzeugen, wenn man sich die richtigen Dinge überlegt. Und dann kann eine solche Liga unglaublich spannend werden. Und unvorhersehbar.

  • Wenn PSG, Real oder sonstwer mal fünf Jahre lang am Stück in so einer Liga nur um Platz 12 mitspielt, dann haben die ähnliche Zuschauerzahlen wie RWO. Das gehört zur Wahrheit einer solchen Premiumliga auch dazu.

    Det' Vestegnen mod København. Det' kampen, hvor vi lægger dem i graven.

    Blod på trøjen det er ikke nok...!

  • Wenn PSG, Real oder sonstwer mal fünf Jahre lang am Stück in so einer Liga nur um Platz 12 mitspielt, dann haben die ähnliche Zuschauerzahlen wie RWO. Das gehört zur Wahrheit einer solchen Premiumliga auch dazu.

    Das kann sein oder aber auch nicht. In den USA haben ja auch die nicht so guten Mannschaften das Stadion voll, da funktioniert es ja auch. Und diese Ligen sind ja auch die stärksten ihrer Art weltweit.


    Also ich z.B. würde auch Bayern - PSG angucken, wenn wir mal hergespielt würden wie z.B. Patriots im Football. Dann wäre das eben so.


    Wer A sagt, muss auch B sagen. So eine Phase würde ich als "eingepreist" betrachten und trotzdem meine Bayern gucken. Auch wenn wir die Hucke vollbekämen.

  • Hmmm...amerikanische Verhältnisse mit dem Türsteher-Motto "Du kommst hier ned mehr rein" und wo dann aller Jubeljahre irgendein Eigentümer beispielsweise sagt "Och nö, an der Westküste geht immer nur die Sonne unter, ich verpflanz meinen Laden jetz mal an die Ostküste" und wo nur in Portland alles beim Alten bleibt und die Kettensäge Meter macht...hmmm...


    ...erst wenn bei jedem Torerfolg bei den Gunners ne echte Haubitze im Stadion mit echter Munition losballert, bei Tottenham der Stadionsprecher mitm Vorschlaghammer auf die TV-Kamera einkloppt, in Madrid blütenweiße Ballerinas "Schwanensee" tanzen, im Camp Nou Paellas in die Zuschauerränge fliegen, in Paris mit Wasser gefüllte Pariser zum Platzen gebracht werden, in Mailand ein Milan von Oben auf die VIP-Tribüne kackt, bei Bröndby der Co-Trainer während des Spiels gute dänische Butterkekse an die Zuschauer verteilt und in München im Schlauchboot ein Wolpertinger lässig ausruft "Jo mei, mia san's" - erst dann könnte ich mir evtl. überlegen, ein 4-wöchiges Probeabo für diese Dummfang-Party abzuschließen.


    Um dann nach Einhaltung der Kündigungsfrist und der trotzdem um meine weitere Zuneigung bettelnden TV-Station abwinkend und schallend lachend zu Handwerk Rabenstein zu schlendern. Oder zu unserer U12, wo die Eltern ab und zu mit ihrem kleinen Stand gar herrliche Kuchen, belegte Brötchen und andere Leckereien präsentieren und die Spieler danach noch durch die Leute stolzieren, den Rest auch noch verkaufen, den Müll auflesen und schließlich strahlen, weil bei der Aktion noch paar extra Talerchen in die Mannschaftskasse wandern.


    Das und nur das ist die echte Superleague. Der Rest ist was für Leute, denen der Sinn für diesen Sport komplett abhanden gekommen ist und die vor lauter Abo-Hörigkeit kaum noch an die frische Luft kommen.

    Drei Buchstaben, zwei Farben, eine Gemeinschaft

    Pivotechnik ist kein Verbrechen
    :drink:


    Lerne Schweigen ohne zu Platzen

  • Das Kind ist eben bereits im Brunnen. Der Wettbewerb ist nicht mehr da.


    Früher, als der FC Bayern noch nicht so stark war, hab' ich nie genörgelt. Ich hab' eisern zu Bayern gehalten und wenn wir um jede Meisterschaft ganz hart fighten mussten und es am Ende schafften, war das geil. Aber genauso war es auch möglich, dass eine andere Mannschaft Meister wurde. Es gab zwischendurch auch mal heftige Niederlagen, 1:4 bei Hertha damals mit 2 Eigentoren vom Franz, ein 0:6 in Offenbach, ein 1:6 in Saarbrücken, ein 0:7 zu Hause gegen Schalke. In Bochum und Kaiserslautern war es schwer zu gewinnen. Nach Kaiserslautern brauchten wir eigentlich gar nicht hinfahren, es gab fast immer auf die Murmel. Auch in Gladbach gab es genug auf die Mütze.


    Später in den 90ern wurden wir auch nur mal Sechster zum Abschluss der Tabelle. Nichts war eigentlich selbstverständlich.


    Trotzdem habe ich nicht genörgelt und fand die Liga super. Wir konnten gewinnen, wir konnten Unentschieden spielen, wir konnten verlieren. Es war schwer vorhersehbar.


    Jetzt wird fast nur noch gewonnen. Die Gegner sind so schwach, dass Siege - falls sie nicht zustandekommen - eigentlich nur nicht zustandekommen, weil wir zwischendurch mal einen laxen Tag einfließen lassen. Spielen wir normal bzw. richtig gut, gibt es keine Niederlagen. Kein Gegner der Bundesliga kann mehr Paroli bieten. Wenn verloren wird, liegt es nicht an der Stärke des Gegners, sondern weil wir es schleifen ließen an dem Tag.


    Es hat sich so entwickelt und der FC Bayern hat auch international höchste Ansprüche. Um die weiterhin haben zu können, kann keine Rücksicht auf die Bundesliga genommen werden. Bayern München ist ein global player, dessen Spiele auch im Ausland Woche für Woche Millionen Fußballfans weltweit anschauen. Schwäche am Status quo will man also gar nicht erst aufkommen lassen und dies ist mMn. auch absolut verständlich. Spiele auf Augenhöhe gibt es mitunter noch - aber das ist dann vereinzelt in der Champions League, wenn dort ab Achtelfinale das Kanonenfutter ausgeschieden ist.


    Wie will man das denn noch lösen? Geht mMn. nicht mehr. Und der FC Bayern kann ja schließlich nicht aus Mitleid öfter ein paar Mal mehr in der Bundesliga unterperformen.


    Eine ganz neue Liga hingegen brächte frischen Wind. Der Bundesliga ist Bayern München komplett entwachsen, das ist nicht mehr umkehrbar oder regulierbar. Denn auch der FC Bayern hat ja seine berechtigten Interessen und will weiterhin seinen Status haben. Also kann es kein Nachlassen geben.


  • Wird denk ich nicht psssieren.

    Worauf stützt du diese Gedanken?

    Naja, die Stadien sind trotz allem gut gefüllt mit jungen Leuten.

    Und wenn ich zB nach Leipzig schaue, dann scheint es ja so zu sein, dass bei vielen davon Kommerz lediglich eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

    Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet - erst dann wird es Frieden geben - Jimi Hendrix


  • Realistischer wäre für mich, dass der Fußball immer mehr die Traditionalisten verliert.

    Keine Sorge die bleiben, vielleicht sind sie nicht präsent genug damit du sie wahrnimmst, aber wieso sollten sich die Menschen verabschieden, die den Sport am meisten lieben?

    Weil sie irgendwann mal sterben, bei den Traditionalisten handelt es sich ja oft um die älteren Semester.

    Und diejenigen, die nachkommen, sehen die Gaudi halt nimmer so eng....glaube ich.

    Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet - erst dann wird es Frieden geben - Jimi Hendrix

  • Und wenn ich zB nach Leipzig schaue, dann scheint es ja so zu sein, dass bei vielen davon Kommerz lediglich eine sehr untergeordnete Rolle spielt.


    Ja. Ausgerechent in Leipzig spielt Kommerz eine untergeordnete Rolle. Wir sehen dort ausschließlich aufopferungsvolle Vereinsliebe auf den Rängen.

    Nanakorobiyaoki

  • Ja. Ausgerechent in Leipzig spielt Kommerz eine untergeordnete Rolle. Wir sehen dort ausschließlich aufopferungsvolle Vereinsliebe auf den Rängen.


    Da bleibt keiner weg, wenn es mal nicht läuft. Das ist ein langfristig tragfähiges Konzept.

    Darum ging es nicht. meine Intention war eine andere und der Kontext der Diskussion auch.

    Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet - erst dann wird es Frieden geben - Jimi Hendrix

  • Deine Intention war: öffnet euch dem Kommerz, die jungen Leute interessiert euer Tradionalistendenken nicht, die kommen auch so - siehe RB.


    Dass das langfristig aber erheblich schlechter funktioniert zeigt aber eben RB.

  • Zitat

    Uli Hoeneß at last night's DFL gala: "We have three 'new signings' who will strengthen the team from November: Jamal Musiala, Alphonso Davies and Hiroki Itō" (via SZ)

    I)

  • Aber es wäre nicht Hoeneß, wenn da nicht auch einiges dabei wäre, worüber ich mich wundern muss.


    War er nicht selbst dazu bereit, für Florian Wirtz alle finanziellen Grenzen des FC Bayern zu sprengen? Klassische Doppelmoral.

    Klar, man kanns nicht beweisen, aber wenn ihr Wirtz und/oder Woltemade für Mondpreise bekommen hättet, wäre es eine ganz andere Argumentation von ihm geworden. Für mich klingt das jetzt nach Frust und nach Pseudoargumenten, weil zumindest Wirtz am Ende sich ja bewusst gegen München und für die Engländer entschieden hat.

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